Kürzlich gaben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Wiener Linien gemeinsam bekannt, dass die 13 Kilometer lange Stammstrecke der Wiener S-Bahn modernisiert wird. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Das Projekt in der österreichischen Hauptstadt umfasst zwei größere Betriebsunterbrechungen, darunter die 14-monatige Sperre des zentralen Abschnitts zwischen dem Wiener Hauptbahnhof und der Station Wien Praterstern ab September 2026. Ziel ist die Modernisierung von Teilen der Infrastruktur, die teilweise etwa 150 Jahre alt ist.

Die Modernisierung der Wiener S-Bahn wird in Phasen umgesetzt, um die betrieblichen Auswirkungen zu minimieren. Die erste Phase sieht die Sperrung der Strecke zwischen der Station Wien Praterstern und der Station Wien Floridsdorf zwischen Juli und September dieses Jahres vor. Die intensivste Phase beginnt im September 2026, wenn der zentrale Streckenabschnitt, der den Wiener Hauptbahnhof mit der Station Wien Praterstern verbindet, für 14 Monate gesperrt wird. Konkrete technische Details und die Investitionssumme wurden nicht genannt.
Die ÖBB werden sich auf die Erneuerung von Schlüsselinfrastrukturen wie Viadukten und Stützmauern von Bahndämmen konzentrieren, um die Streckenkapazität zu erhöhen und den Betrieb modernerer, längerer Züge zu ermöglichen. Die Stammstrecke wurde 1962 in ihrer heutigen Form eröffnet und ist ein wichtiger Nord-Süd-Verkehrskorridor durch Wien, der die Station Wien Meidling mit der Station Wien Floridsdorf verbindet und einen Großteil des städtischen und regionalen Pendlerverkehrs aus Niederösterreich aufnimmt.
Um die Fahrgastströme während der Sperrungen zu bewältigen, haben ÖBB und Wiener Linien in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Institut für Raumplanung (ÖIR) einen Alternativverkehrsplan erarbeitet. Dieser Plan basiert auf wissenschaftlicher Modellierung und zielt darauf ab, die Umverteilung der Fahrgäste vorherzusagen und Engpässe zu entschärfen. Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien, erklärte: „Die Betreiber werden zusätzliche Leistungen anbieten, die Takte auf parallelen Linien anpassen und spezielle Alternativverkehrsoptionen einführen, um die betroffenen S-Bahn-Fahrgäste, insbesondere in den Stoßzeiten, aufzunehmen.“
Gleichzeitig wird die Wiener Linien im Sommer eigene Wartungsarbeiten in ihrem Netz durchführen, darunter die Erneuerung von 12,5 Kilometern Straßenbahngleisen und Wartungsarbeiten am U-Bahn-Netz. Dies erfordert eine enge Koordination der beiden Verkehrsunternehmen, um die Gesamtauswirkungen auf das öffentliche Verkehrssystem zu reduzieren. Eine mehrkanalige Kommunikationsinitiative wird gestartet, um die Fahrgäste über Änderungen rechtzeitig per Flyer, Poster, digitale Informationsanzeigen, Audioansagen und soziale Medien zu informieren. Judith Engel vom Vorstand der ÖBB-Infrastruktur betonte: „Das Ziel ist es, bis zur Fertigstellung des Projekts im Jahr 2027 einen schnellen und stressfreien Transport zu bieten.“









