Der australische Energiemarktbetreiber (AEMO) hat kürzlich einen Entwurf für die Bewertung von Netzüberlastungen und Energieflüssen für das Geschäftsjahr 2026-27 veröffentlicht. Dieser zeigt Anpassungen bei den Bewertungen der Marginal Loss Factors (MLF), die den Betrieb mehrerer Solarfarmen und großer Batterieprojekte im Land beeinflussen. Der MLF ist ein Maß für die Leitungsverluste zwischen einem Erzeugungspunkt und einem regionalen Referenzknoten. Seine Veränderung wirkt sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit der Stromerzeugung aus.
Die Bewertung zeigt, dass Solarfarmen im Südwesten von New South Wales sowie in Zentral- und Nord-Queensland am stärksten betroffen sind. Bei mehr als einem Dutzend Projekten wurden die MLF-Bewertungen um über 5 % gekürzt. Beispielsweise sanken die Bewertungen für die Solarfarmen Limondale und Sunraysia auf knapp über 80, was bedeutet, dass etwa 20 % der potenziellen Erzeugung während der Übertragung verloren gehen. AEMO führt diese Veränderungen auf den Zuwachs neuer Erzeugungskapazitäten, sich ändernde Tagesverläufe der Übertragungsleitungsauslastung und den Betrieb neuer Verbindungsleitungen zurück, was den Wettbewerb für Solarenergie während der Spitzenzeiten verschärft.
Im Gegensatz dazu profitierten einige große Batterieprojekte von den MLF-Anpassungen. Die Batterien Riverina und Darlington Point von Edify Energy sowie die Limondale-Batterie von RWE (Australiens erste Acht-Stunden-Speichereinrichtung) verzeichneten sinkende Eingangsbewertungen bei gleichzeitig steigenden Ausgangsbewertungen. So sank beispielsweise die Eingangsbewertung der Limondale-Batterie von 0,9280 auf 0,8544, während ihre Ausgangsbewertung von 0,9237 auf 0,9503 stieg. Dies ist ihrem flexiblen Lade- und Entladezeitplan zu verdanken, der eine Entladung in Zeiten geringerer Netzüberlastung ermöglicht.
AEMO erklärte in dem Bericht: „Die diesjährigen MLF-Entwurfsergebnisse spiegeln weiterhin ein sich im Wandel befindliches Energiesystem wider, das durch die Einführung neuer erneuerbarer Erzeugungs- und Speicherprojekte, Veränderungen bei Einsatzzeit und -ort sowie durch den Netzausbau geprägt ist.“ Der Bericht betont, dass die allgemeinen MLF-Veränderungen innerhalb historischer Durchschnittswerte liegen, die Verschiebungen verdeutlichen jedoch die Komplexität der Energiewende.
Dieser Anpassungstrend zeigt, dass Hybridprojekte mit großen Batterien in netzüberlasteten und sonnenreichen Regionen zu einer Schlüssellösung werden. Batteriesysteme können überschüssige Solarerzeugung aufnehmen, ohne die MLF zu beeinflussen, und durch die Optimierung der Entladezeiten die Wirtschaftlichkeit verbessern. Sie unterstützen damit Australiens Übergang zu einem stabileren erneuerbaren Energiesystem.









