de.wedoany.com-Bericht: Der schwedische Telekommunikationsbetreiber Telia und das finnische Unternehmen für autonome Luftschiffe Kelluu gaben am 11. Mai 2026 bekannt, in Finnisch-Lappland erfolgreich einen luftgestützten Kommunikationsversuch mit einem wasserstoffbetriebenen Luftschiff als 5G-Basisstation durchgeführt zu haben. Bei diesem Versuch wurde eine kleine Nokia-Kolibri-Basisstation in das autonome Luftschiff von Kelluu integriert, über eine Satelliten-Backhaul-Verbindung an das Kernnetz von Telia angebunden und im 3,5-GHz-Band ein sicherer 5G-Verbindungsdienst für Nutzer am Boden bereitgestellt, wobei herkömmliche Smartphones ohne jegliche Modifikationen darauf zugreifen konnten.
Der Versuch fand während einer kürzlich in Lappland abgehaltenen verteidigungstechnischen Veranstaltung statt und zielte darauf ab, die Fähigkeit luftgestützter Plattformen zur Bereitstellung von einsatzkritischer Kommunikation in abgelegenen und hochgelegenen Gebieten ohne herkömmliche terrestrische Mobilfunkabdeckung zu validieren. Nach dem Aufstieg des Luftschiffs stellte die Nokia-Kolibri-Basisstation über ein Ka-Band-Satellitenterminal eine Verbindung zum Telia-Kernnetz her und führte im 3,5-GHz-Band eine 5G-Zellenausstrahlung durch. Die am Boden gemessene Downlink-Datenrate der Endgeräte lag stabil über 150 Mbit/s, die Uplink-Rate über 40 Mbit/s, was Szenarien wie hochauflösende Videoübertragung, Drohnensteuerung und die Erfassung von IoT-Sensordaten unterstützen kann.
Das Luftschiff von Kelluu ist ein selbst konstruiertes und gefertigtes, wasserstoff-brennstoffzellenbetriebenes Modell mit einer Länge von 12 Metern, einer maximalen Flughöhe von 3000 Metern und einer Einsatzdauer von bis zu 16 Stunden pro Füllung, das unter den extremen Wetterbedingungen innerhalb des Polarkreises stabil betrieben werden kann. Das Luftschiff ist mit einem Autopilotsystem ausgestattet, das autonome Patrouillenflüge entlang vorgegebener Routen ohne Echtzeitsteuerung durch einen Bodenpiloten ermöglicht. Tuomas Rantala, Chief Technology Officer von Kelluu, erklärte, dass wasserstoffbetriebene Luftschiffe als luftgestützte Kommunikationsknoten sowohl die Begrenzung kurzer Flugzeiten von Drohnen vermeiden als auch eine geringere Latenz und höhere Bandbreitendichte als Satellitenlösungen bieten und sich daher besonders für die Bereitstellung temporärer, flexibler Netzabdeckung in Katastrophengebieten, Grenzregionen und militärischen Übungsplätzen eignen.
Mika Mäkinen, Leiter des Innovationsgeschäfts von Telia Finnland, wies darauf hin, dass die 5G-Luftschifflösung die 5G-Abdeckung auf Berge, Sümpfe und polare Eisflächen ausdehnt, wo zuvor keine Standorte errichtet werden konnten, und dabei direkt die vorhandenen Geräte der Nutzer für den Zugang verwendet, wodurch die Endgerätehürde von Satellitentelefonen entfällt. Der Erfolg dieses Versuchs eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten für Notfallkommunikation, Verteidigungssicherheit und Umweltüberwachung in den nordischen und arktischen Regionen und sammelt zudem Messdaten für die zukünftige 6G-Architektur eines integrierten Weltraum-Luft-Boden-Netzwerks.
Nokia Kolibri ist eine miniaturisierte 5G-Basisstation für dichte Innen- und Außenbereitstellungen sowie für Spezialanwendungen. Das gesamte Gerät wiegt etwa 2,5 Kilogramm, hat ein Volumen von 4 Litern und eine Leistungsaufnahme von unter 40 Watt und kann über Power over Ethernet oder Batterie betrieben werden. Seine Leichtbaueigenschaften machen es zu einer geeigneten Nutzlast für Höhenplattformen wie Luftschiffe, Drohnen und Ballons. Annika Sjöholm, Leiterin des Funkzugangsgeschäfts von Nokia Finnland, bestätigte, dass die Basisstation während des Versuchs stabil lief und keine durch Vibrationen des Luftschiffs oder Temperaturschwankungen verursachten Spektrumverschiebungen auftraten.
Dieser Versuch findet vor dem Hintergrund verstärkter Bemühungen der nordischen Länder zur Stärkung der polaren Kommunikationsresilienz statt. Nach dem NATO-Beitritt Finnlands im Jahr 2023 ist der Bedarf an resilienter militärischer Kommunikation und Lageerfassung in der an Russland grenzenden Region Lappland im Norden deutlich gestiegen. Gleichzeitig treibt die finnische Transport- und Kommunikationsbehörde die Erprobung „luftgestützter Basisstationen" für zivile Aufgaben wie Suche und Rettung, maritime Sicherheit und Waldbrandbekämpfung voran, wobei die Zusammenarbeit zwischen Telia und Kelluu ein Pilotprojekt im Rahmen dieses Plans darstellt.
Telia ist einer der größten Telekommunikationsbetreiber in der nordischen und baltischen Region mit Netzabdeckung in Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Estland, Litauen und anderen Ländern und investiert seit Jahren kontinuierlich in 5G Advanced und offene Funkzugangsnetztechnologien. Kelluu, ein aus der Universität Oulu in Finnland hervorgegangenes Deep-Tech-Unternehmen, ist auf autonome, wasserstoffbetriebene Luftschiffplattformen spezialisiert, deren Produkte bereits in mehreren Umweltüberwachungs- und Grenzpatrouillenprojekten in Europa im Einsatz sind. Beide Unternehmen planen, in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 einen größeren Versuch mit mehreren kooperativ vernetzten Luftschiffen durchzuführen, um die Vernetzungsleistung und die Übergabefähigkeit eines mehrknotigen luftgestützten 5G-Abdeckungsnetzes zu simulieren.
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