Machbarkeitsstudie für direkte Bahnverbindung Schweiz–London gestartet – Eröffnung in den 2030er-Jahren erwartet
2026-05-16 15:27
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de.wedoany.com-Bericht: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), SNCF Voyageurs und Eurostar haben kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsam die Machbarkeit einer direkten Personenverkehrsverbindung zwischen der Schweiz und London zu prüfen. Die Zusammenarbeit basiert auf einer zwischenstaatlichen Absichtserklärung, die das Vereinigte Königreich und die Schweiz am 8. Mai 2025 unterzeichnet haben. Die angestrebte Reisezeit beträgt etwa 5 Stunden ab Basel und rund 6 Stunden ab Zürich.

Derzeit müssen Bahnreisende aus der Schweiz nach London in Paris umsteigen und zwischen dem Gare de Lyon und dem Gare du Nord die Eurostar-Verbindung nutzen. Die neue Strecke soll die erste direkte, fahrplanmäßige Personenverkehrsverbindung zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich schaffen und den Umsteigezwang beseitigen. Die Studie wird Betriebskonzepte und Fahrpläne für Verbindungen von London nach Zürich, Basel und Genf analysieren, wobei die Züge Frankreich durchqueren und den Eurotunnel nutzen sollen.

Für die Einführung einer Direktverbindung müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. In der Schweiz müssen spezielle Grenzkontrollanlagen für die britische Einreisekontrolle gebaut werden. Zudem wird rollendes Material benötigt, das für die drei unterschiedlichen Bahnnetze der Schweiz, Frankreichs und des Vereinigten Königreichs zugelassen ist. Auch die sicherheits- und zollrelevanten zwischenstaatlichen Abkommen müssen noch endgültig unterzeichnet werden. Sofern diese betrieblichen und regulatorischen Voraussetzungen erfüllt werden, wird die Einführung des Dienstes in den 2030er-Jahren erwartet.

Diese Planung stützt sich auf die Erfahrungen mit der Eurostar-Direktverbindung von Amsterdam nach London. Nach der Eröffnung dieser Strecke im Jahr 2018 mussten die Züge zunächst in Brüssel für Passkontrollen anhalten, bis im Oktober 2020 ein bilaterales Abkommen zwischen den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich über nebeneinanderliegende Grenzkontrollen (Juxtaposed Controls) erzielt wurde und eine vollständig durchgehende Verbindung ermöglichte. Angesichts der ähnlich komplexen Anforderungen für die Einrichtung von Nicht-Schengen-Grenzanlagen in Schweizer Bahnhöfen wird der Zeitplan für die 2030er-Jahre als realistisch eingeschätzt.

Die hohe Reisenachfrage bietet dem Projekt eine solide Marktgrundlage – London ist das wichtigste Flugziel für Schweizer Reisende. Der jüngste Vorschlag der Europäischen Kommission zur Vereinfachung europaweiter Fahrkarten- und Fahrgastrechte spiegelt die politische Richtung wider, die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn zu fördern, und verleiht dem Projekt zusätzlichen Schub. Die hochrangige politische Unterstützung der britischen und der Schweizer Regierung verleiht diesem Vorhaben zudem eine entscheidende Dynamik, die früheren ähnlichen Konzepten gefehlt hat.

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