Nach der Google-KI-Reform: DuckDuckGo-Installationen in den USA um 30 % gestiegen
2026-06-02 09:42
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de.wedoany.com-Bericht: Nachdem Google angekündigt hat, traditionelle Suchergebnislinks durch KI-generierte Antworten zu ersetzen, verzeichnet die datenschutzorientierte Suchmaschine DuckDuckGo in den USA einen deutlichen Anstieg der App-Installationen. Laut Daten von The Neuron stiegen die Installationen von DuckDuckGo in den USA im Wochenvergleich im Durchschnitt um 18 %, mit einem Spitzenwert von 30 % am Memorial Day. Noch stärker fiel der Anstieg bei iPhone-Installationen aus, die im Durchschnitt um 33 % zulegten und einen Tageshöchstwert von fast 70 % erreichten. Im gleichen Zeitraum stieg der Traffic auf der KI-freien Suchseite von DuckDuckGo (noai.duckduckgo.com) um 22,7 %.

Auf der Google I/O im letzten Monat kündigte Google an, die traditionelle Suchleiste durch einen KI-gesteuerten Dialog-Engine zu ersetzen. Dabei werden zunächst KI-generierte Antworten mit integrierten Folgefragen angezeigt – Google bezeichnet dies als „die größte Modernisierung der Suche seit 25 Jahren“. DuckDuckGo-CEO Gabriel Weinberg äußerte sich dazu deutlich: Google zwinge die KI regelrecht auf, ohne dass man sich dagegen entscheiden könne, und die Suchergebnisse würden dadurch schlechter statt besser. DuckDuckGo ist nicht der einzige Profiteur: Auch Brave Search und Kagi verzeichneten im gleichen Zeitraum Traffic-Zuwächse. Bing konnte seinen weltweiten Marktanteil seit 2023 von 2,8 % auf knapp 5 % steigern, was teilweise auf die Integration von Copilot zurückzuführen ist.

Google hält weltweit einen Suchmarktanteil von rund 90 %. DuckDuckGo kommt in den USA auf etwa 2 % und verarbeitet täglich rund 100 bis 145 Millionen Suchanfragen, während Google auf 8,5 Milliarden kommt. Der Anstieg von 70 % bei den Installationen sendet in einem relativ kleinen Marktsegment ein starkes Signal. Google reagierte nicht direkt auf die Kritik; ein Sprecher verwies auf die Aussagen von Elizabeth Reid, Vizepräsidentin für Suche, in einem I/O-Blogbeitrag. Darin heißt es, dass der KI-Modus 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer habe und sich die Anzahl der Anfragen jedes Quartal verdopple. Reid betonte, dass es sich nicht um eine erzwungene Umstellung handele, sondern um eine freiwillige Entscheidung der Nutzer für die KI-Suche. Google habe für Nutzer, die reine Ergebnisse ohne KI wünschen, einen „Web“-Filter bereitgestellt. Auch DuckDuckGo selbst bietet KI-Funktionen an, die Nutzer jedoch deaktivieren können. Über den Zugriff auf noai.duckduckgo.com erhält man vollständig KI-freie Suchergebnisse.

Der Kern der Debatte liegt nicht darin, ob KI in der Suche existieren sollte, sondern darin, wer über das Ausmaß des KI-Einsatzes entscheidet. Googles Ansatz überlässt die Entscheidung der Plattform, während DuckDuckGo sie den Nutzern selbst überlässt.

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