de.wedoany.com-Bericht: Das norwegische Forschungsinstitut Sintef errichtet in seinem Verfahrenstechnischen Zentrum in Tiller eine Pilotanlage, die mithilfe von Gasfermentation abgeschiedenes Kohlendioxid in Aceton umwandeln soll. Die Anlage soll voraussichtlich Ende 2026 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.
Als Teil des EU-finanzierten Projekts PYROCO₂ zielt die Pilotanlage darauf ab, Kohlendioxid und grünen Wasserstoff in Aceton umzuwandeln und anschließend zu anderen Industriechemikalien weiterzuverarbeiten. Laut Unternehmensangaben ist diese Technologieplattform derzeit der einzige Verfahrensweg, der mittels Gasfermentation direkt aus Kohlendioxid Aceton herstellt.
Bei voller Auslegungskapazität wird die Anlage jährlich etwa 700 metrische Tonnen (ca. 772 Short Tons) industrielles Kohlendioxid sowie mit erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff verarbeiten und die Produktion von bis zu 300 metrischen Tonnen (ca. 331 Short Tons) Aceton planen. Der Prozess nutzt Bakterien in Bioreaktoren, um Kohlendioxid und Wasserstoff in Aceton umzuwandeln. Der benötigte Wasserstoff wird durch einen Elektrolyseur vor Ort bereitgestellt, der mit erneuerbarem Strom betrieben wird. Das US-amerikanische Unternehmen Power to Hydrogen wird das Elektrolysesystem liefern, dessen Auslieferung für das vierte Quartal 2026 geplant ist.
Sintef gibt an, dass die Pilotanlage auch Forschungsdaten generieren wird, die zur weiteren Hochskalierung der Technologie an Industriestandorten wie dem Herøya Industripark und anderen europäischen Industrieclustern dienen sollen. Das langfristige Ziel der Einrichtung ist es, bis 2050 eine Reduktion von bis zu 17 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten zu erreichen.
Alexander Wentzel, Chefwissenschaftler bei Sintef, erklärte in einer Stellungnahme: „Durch die Umwandlung von Kohlendioxid in wertvolle Produkte kann die Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahren, gleichzeitig strengere Klimaanforderungen erfüllen und zu einer nachhaltigen Kreislauf-Bioökonomie beitragen.“
Duncan Akporiaye, Forschungsvizepräsident bei Sintef, ergänzte: „Bei der Entwicklung und Erprobung von Technologien ist eine starke Forschungsunterstützung von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es, dass Technologien vor ihrer industriellen Einführung ausgereift sind.“
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