Brasilianisches Inpasa hält an neuen Fabrikplänen fest, Produktion soll bis 2027 8 Milliarden Liter erreichen
2026-06-02 15:36
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de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Mais-Ethanol-Industrie expandiert weiter. Inpasa, der größte Ethanolproduzent Lateinamerikas, hat kürzlich in Luís Eduardo Magalhães im Bundesstaat Bahia eine neue Fabrik in Betrieb genommen und plant, die Produktion in Rio Verde (Goiás) und Rondonópolis (Mato Grosso) aufzunehmen. Der Vizepräsident des Unternehmens, Flávio Peruzzo Gonçalves, erklärte, dass die erste Phase der Fabrik in Rio Verde im Dezember 2026 den Betrieb aufnehmen werde, mit einer Verarbeitungskapazität von einer Million Tonnen Mais pro Jahr. Die zweite Produktionslinie soll voraussichtlich im Februar 2027 in Betrieb gehen, wodurch die jährliche Ethanolproduktion der Anlage 950 Millionen Liter erreichen wird. Die beiden Phasen der Fabrik in Rondonópolis sollen im März bzw. Mai 2027 in Betrieb gehen und nach voller Auslastung die gleiche Kapazität wie Rio Verde erreichen.

Inpasa sieht Markt „auf der Bremse“, hält aber an Eröffnungsplänen neuer Fabriken fest

Das „Erntejahr“ von Inpasa dauert von Juni bis Mai des folgenden Jahres. Gonçalves erwartet, dass der Maisverbrauch des Unternehmens im Erntejahr 2026 15,3 Millionen Tonnen erreichen wird, ein Anstieg von 30 % gegenüber dem vorherigen Zyklus; für das Erntejahr 2027 werden 18,5 Millionen Tonnen prognostiziert, ein weiterer Anstieg um 25 %. Neben den neuen Fabriken werden auch bestehende Anlagen erweitert. So wird beispielsweise die jährliche Ethanolkapazität in Nova Mutum um 350 Millionen Liter erhöht, mit Investitionen von über 700 Millionen BRL. Die Gesamtkapazität dieser Anlage wird auf etwa 1,4 Milliarden Liter pro Jahr steigen. Die Investitionen in Luís Eduardo Magalhães, Rio Verde und Rondonópolis belaufen sich auf 1,3 Milliarden BRL, 2,4 Milliarden BRL bzw. 2,77 Milliarden BRL. Bis 2027 soll die Produktion des Unternehmens von derzeit 6,7 Milliarden Liter auf 8 Milliarden Liter ausgeweitet werden, dann wird das Unternehmen über zehn Bioraffinerien verfügen.

Trotz des enormen Investitionsumfangs zeigt sich Gonçalves vorsichtig gegenüber der aktuellen Marktlage. Er erklärte, dass das Unternehmen die Projekte weiterhin wie geplant vorantreibe, der Markt jedoch aufgrund von Faktoren wie den Kapitalkosten zurückhaltend sei. Viele neue Projekte würden aufgrund der Kapitalkosten überdacht oder ausgesetzt, während Inpasa an seinen Expansionsplänen festhalte. Nach der Inbetriebnahme der Fabrik in Rondonópolis werde man jedoch keine neuen Fabriken mehr eröffnen, falls keine neue Nachfrage entstehe. Gonçalves ist der Ansicht, dass Produktionssteigerungen nicht immer mit einem Nachfragewachstum einhergehen; die Liquidität des Ethanolmarktes sei die Hauptsorge. Er betonte, dass Inpasa durch die Erschließung neuer Märkte (wie der Nordostregion) Nachfrage schaffe. So habe die Fabrik in Balsas (Maranhão) beispielsweise dazu beigetragen, dass die Region kein wasserfreies Ethanol mehr importieren müsse.

Gonçalves sieht zudem zukünftige Chancen für Ethanol in Bereichen wie Schiffsbrennstoffe, nachhaltige Flugkraftstoffe und landwirtschaftliche Maschinen. Nach Rondonópolis werde sich Inpasa vorrangig auf vertikale Integration konzentrieren, also auf die Bereitstellung von Produkten mit hoher Wertschöpfung, wie Neutralethanol für die Pharma- und Getränkeindustrie. Die derzeitige Tagesproduktion beträgt 600.000 Kubikmeter, der Großteil davon wird exportiert. Das Unternehmen arbeitet auch daran, die für einen Liter Ethanol benötigte Biomasse zu reduzieren; in den letzten sechs Jahren konnte dieser Wert um über 30 % gesenkt werden. Darüber hinaus hat sich DDG (Trockenschlempe) als proteinreiches Futtermittel für Tiere zu einem vielversprechenden Markt entwickelt. Inpasa exportiert bereits 30 % seiner DDGS-Produktion; in diesem Jahr werden voraussichtlich etwa 1,1 Millionen Tonnen exportiert, ein Anstieg von fast 38 % gegenüber dem vorherigen Erntejahr.

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