de.wedoany.com-Bericht: Die OpenAI Group PBC hat in einem aktuellen Vorschlag einen anderen Ansatz zur Regulierung fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz vorgelegt als die Exekutivanordnung der Trump-Regierung. In dem veröffentlichten Dokument „Demokratische Governance von Spitzen-KI: Ein Rahmenplan für den Bund“ plädiert das Unternehmen dafür, dass eine zivile Behörde die Sicherheitsaufsicht über Spitzen-KI übernehmen soll, während das Weiße Haus bereits die National Security Agency (NSA) mit der Bewertung potenzieller Risiken beauftragt hat. OpenAI bevorzugt, diese Aufgabe dem Center for AI Standards and Innovation (CAISI) zu übertragen, einer zivilen wissenschaftlichen Regulierungsbehörde, die dem National Institute of Standards and Technology (NIST) des Handelsministeriums untersteht.
OpenAI-CEO Sam Altman äußerte in sozialen Medien seine Unterstützung für die Exekutivanordnung und erklärte, die USA sollten die KI-Entwicklung anführen, indem sie weiterhin die besten Modelle entwickeln, deren Sicherheit gewährleisten und Cybertools in die Hände vertrauenswürdiger Verteidiger legen. Die neue Exekutivanordnung habe die richtige Balance gefunden. Altman besuchte am selben Tag das Weiße Haus, um sich mit Regierungsvertretern sowie wichtigen Abgeordneten der Demokraten und Republikaner zu treffen – als Teil der dieswöchigen Agenda zur Diskussion über die Zukunft der KI. Berichten zufolge wird Altman Senator Bernie Sanders treffen, der sich mit KI und ihren Auswirkungen auf die Arbeitswelt befasst, sowie mit Sprecher Mike Johnson (Republikaner aus Louisiana) und dem Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer (Demokrat aus New York), über Regulierungsfragen diskutieren.
OpenAI-Manager Chris Lehane erklärte in einem Interview mit Politico, das Unternehmen sei mit der Exekutivanordnung zufrieden, werde jedoch versuchen, Präsident Trump zu bewegen, den Bewertungsprozess an CAISI zu übergeben. Lehane wies darauf hin, dass CAISI über die für solche Prozesse erforderlichen „Präzisionstests“ verfüge und OpenAI sowie sein Konkurrent Anthropic PBC bereits Informationen mit CAISI geteilt und enge Beziehungen aufgebaut hätten. Laut Lehane besteht eine weitere Sorge von OpenAI darin, dass das Weiße Haus plane, einen „Benchmarking“-Prozess für Spitzen-KI-Modelle einzurichten, was zu Unklarheiten darüber führen könnte, in welchem Umfang die Modelle von der NSA überprüft werden.
Die Exekutivanordnung beschreibt den Benchmarking-Prozess als Bewertung der „fortgeschrittenen Cyberfähigkeiten von KI-Modellen“ und Festlegung der Schwelle, ab der ein KI-Modell im Sinne dieser Anordnung als „abgedecktes Spitzenmodell“ eingestuft wird, sowie gegebenenfalls Weitergabe solcher Bewertungen an KI-Entwickler und Forscher. Lehane stellte in dem Interview die Frage, wann die Fähigkeitsschwelle erreicht sei und ob Standards zur Bestimmung dieses Punktes festgelegt werden könnten. Diese Fragen werden Teil der Diskussionen in den kommenden Treffen sein.
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