de.wedoany.com-Bericht: Am 2. Juni startete die Next G Alliance unter der US-amerikanischen Kommunikationsbranchenorganisation ATIS eine Dateninitiative für integrierte 6G-Kommunikation und Sensorik, die sich auf die Verpackung, Speicherung, Übertragung und Bereitstellung von Sensordaten in 6G-Netzen konzentriert. Zu den ersten Anwendungsrichtungen dieser Initiative gehören Drohnenerkennung, Fahrzeugdetektion und Umgebungswahrnehmung. Es sollen praxistaugliche Datenschnittstellensysteme für Szenarien wie den öffentlichen Sektor, kritische Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Notfallmaßnahmen und Wetterüberwachung entwickelt werden.
Die integrierte Kommunikation und Sensorik ist eine der wichtigen Richtungen, die 6G-Netze von den aktuellen Mobilkommunikationssystemen unterscheiden. Traditionelle Mobilfunknetze übernehmen hauptsächlich die Übertragung von Sprache, Daten und Video, wobei Basisstationen, Antennen und Funkverbindungen eher der Konnektivität selbst dienen. In der 6G-Phase werden Kommunikationsnetze als räumliche Infrastruktur konzipiert, die gleichzeitig „Konnektivität" und „Sensorik" übernehmen kann. Das bedeutet, dass zukünftige Netze nicht nur Nutzerdaten übertragen, sondern auch durch Veränderungen von Funksignalen die Existenz von Objekten, Bewegungszustände, Umweltveränderungen und Eigenschaften von Funkkanälen im Abdeckungsbereich erkennen können. Die Next G Alliance legt den Schwerpunkt dieser Initiative auf den „Datenplan". Der Kern liegt nicht nur in der Sensorleistung selbst, sondern in der Lösung der Frage, wie Sensordaten in reale Geschäftssysteme gelangen. Dazu gehören das Format der Aufbereitung von Sensordaten, die vertrauenswürdige Bereitstellung, die Anbindung an Drittsysteme sowie die Nutzung in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Verkehrsmanagement, Wetterwarnungen und Infrastrukturbetrieb. Für die Kommunikationsindustrie bedeutet dies, dass sich die Wertgrenzen von 6G-Netzen von Bandbreite, Latenz und Verbindungsdichte auf räumliche Wahrnehmung, Szenarienerkennung und Entscheidungsunterstützungsfähigkeiten ausweiten.
Das Auftakttreffen dieser Initiative ist für den 10. Juni angesetzt. Das anfängliche Führungsteam des Projekts umfasst Verantwortliche von AT&T, Ericsson und InterDigital. Die Teilnehmer werden Diskussionen zu Datenmodellen, Schnittstellen, vertrauenswürdigen Quellen und Bereitstellungsmechanismen vorantreiben.
Nachdem die integrierte 6G-Kommunikation und Sensorik in die Phase der industriellen Zusammenarbeit eingetreten ist, werden Mobilfunknetzausrüster, Betreiber, Chip-Unternehmen, Antennen- und Hochfrequenzunternehmen, Datenplattformanbieter und Branchenanwender in dieselbe Technologiekette eingebunden. Die Drohnenerkennung ist ein relativ typisches frühes Szenario. Städtischer Tiefflug, Flughafenumfeld, wichtige Einrichtungen und Großveranstaltungsbereiche benötigen eine dichtere Luftraumüberwachung. Herkömmliche Radargeräte, Kameras oder manuelle Inspektionen allein können nicht alle Bereiche abdecken. Wenn die Mobilfunkinfrastruktur auf Basis bestehender Standorte und Spektrumsressourcen ergänzende Sensorfähigkeiten bieten kann, könnten die Kosten für den Aufbau von Sensornetzen gesenkt und die städtische Abdeckungsdichte erhöht werden. Auch die Umgebungswahrnehmung bietet Erweiterungsmöglichkeiten. Wenn 6G-Netze Regen, Sichtweite, Windfeldveränderungen oder Bodenbedingungen erfassen können, könnten die entsprechenden Daten Zusatzinformationen für Wetterdienste, Verkehrssteuerung, Notfallmaßnahmen und Infrastrukturwartung liefern. Vor der kommerziellen Einführung muss die Branche noch Probleme wie Datengenauigkeit, Datenschutzgrenzen, Spektrumskoordination, Netzlast, Schnittstellenstandards, Verantwortungszuweisung und vertrauenswürdige bereichsübergreifende Bereitstellung lösen. Dies ist auch der Grund, warum die Next G Alliance die Frage „Wie werden Sensordaten von Systemen genutzt?" als Einstiegspunkt gewählt hat.
Der weitere Fortschritt dieser Initiative hängt vom Öffnungsgrad der Netzressourcen der Betreiber, vom Tempo der 6G-Standardforschung, von der Nachfrage der Regierungsbehörden und davon ab, ob Branchenanwender bereit sind, die von Kommunikationsnetzen generierten Sensordaten zu nutzen. Für die nordamerikanische Kommunikationsindustrie trägt die Dateninitiative für integrierte Kommunikation und Sensorik dazu bei, 6G von einem technischen Konzept zu einem überprüfbaren Szenario zu machen. Für das globale Kommunikationsausrüstungs- und Anwendungsökosystem gilt: Wer zuerst Datenschnittstellen, vertrauenswürdige Bereitstellungs- und bereichsübergreifende Nutzungsmethoden definieren kann, wird wahrscheinlich eine stärkere Stimme in der 6G-Anwendungsschicht erhalten.
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