42-Gigawatt-Pipeline des US-amerikanischen Geothermieprojekts Fervo Energy durch Übertragungsengpässe eingeschränkt
2026-06-06 10:17
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de.wedoany.com-Bericht: Laut einem am Montag veröffentlichten Forschungsbericht von Jefferies fiel das Feedback der frühen Investoren nach dem Börsengang des Enhanced-Geothermie-Entwicklers Fervo Energy im letzten Monat überwiegend positiv aus, doch die rund 42 Gigawatt umfassende Projektpipeline des Unternehmens wird durch Übertragungsengpässe im Westen der USA beeinträchtigt.

Das Cape-Station-Projekt von Fervo Energy in Utah befindet sich im Bau

Jefferies-Aktienanalyst Julien Dumoulin-Smith wies in dem Bericht darauf hin, dass diese Engpässe die erwartete Projektumsetzung von Fervo verlangsamen könnten, da sich die meisten Standorte in ländlichen Gebieten mit begrenzter Infrastruktur befinden. Das Management habe Übertragungsprobleme bereits als Risikofaktor für das gesamte 384-Megawatt-Projekt identifiziert und Lösungen hinter dem Zähler (behind-the-meter) als potenzielle Gegenmaßnahme genannt.

Eine Analyse des Marktinformations- und Forschungsplattform MLQ.ai zum Börsengang von Fervo am 5. Mai kam zu einer ähnlichen Einschätzung. Die Analyse stellte fest, dass alle derzeitigen Einnahmen und abgeschlossenen Stromabnahmeverträge (PPA) von Fervo auf der Nutzung von Übertragungsinfrastruktur Dritter beruhen. Insbesondere für die zweite Phase des Cape-Station-Projekts verfüge das Unternehmen über Verbindungs- und Übertragungsrechte für rund 290 Megawatt, was jedoch nicht ausreiche, um die vertraglich vereinbarte Gesamtkapazität von 384 Megawatt aus den erweiterten Stromabnahmeverträgen mit der Southern California Edison Company (SCE) und der Clean Power Alliance zu decken. Ohne zusätzliche Übertragungskapazitäten könnten die Einnahmen sinken oder die Verträge geändert werden.

Dumoulin-Smith erklärte, dass das Management von Fervo hinsichtlich der direkten Einspeisung von Strom in Verbraucher hinter dem Zähler optimistischer zu sein scheine als ursprünglich angenommen. Im Mai teilte Sarah Jewett, Senior Vice President für Strategie bei Fervo, TechCrunch mit, dass das Unternehmen ein wachsendes kommerzielles Interesse an Lösungen hinter dem Zähler sehe.

Im März äußerte sich Fervo zu einem Konzeptpapier der California Public Utilities Commission (CPUC) zur Finanzierung und Eigentümerschaft von Übertragungsleitungen und wies darauf hin, dass die Kommission sich verpflichtet habe, die Beschaffung sauberer, stabiler Ressourcen wie Geothermie voranzutreiben, dies jedoch durch den Bau neuer Übertragungsleitungen ermöglicht werden müsse.

Die 42-Gigawatt-Pipeline von Fervo umfasst zehn Projekte in Nevada, Utah und Idaho. Das Unternehmen hat zudem zusätzliche potenzielle Pachtgebiete in diesen drei Bundesstaaten sowie in Kalifornien, New Mexico und Washington identifiziert.

Dumoulin-Smith fasste zusammen, dass die Beteiligung der Investoren relativ hoch sei und diese die Wachstumsgeschichte des Unternehmens zu akzeptieren schienen. Die Fragen konzentrierten sich darauf, wie Vertrauen in das erste Enhanced-Geothermie-Projekt aufgebaut werden könne. Das Wachstum sei überzeugend, doch in den kommenden Monaten bis zum kommerziellen Betriebsstart der ersten Phase des Flaggschiffprojekts von Fervo – dem 500-Megawatt-Cape-Station-Projekt in Utah – bleibe die Zeit entscheidend, da die Anleger die Umsetzung und mögliche Rückschläge am strengsten prüfen würden.

Der kommerzielle Betrieb von Cape Station soll noch in diesem Jahr beginnen, mit einer anfänglichen Einspeisung von 100 Megawatt Strom. Laut einem Bericht von Axios ereignete sich am 25. Mai ein Blowout-Unfall auf dem Projektgelände, doch Fervo erklärte, es habe keine Verletzten oder Umweltschäden gegeben und der Vorfall werde den Projektzeitplan nicht beeinträchtigen.

Dumoulin-Smith erklärte, dieser Vorfall habe die Anspannung der Anleger verdeutlicht. Kundenanfragen konzentrierten sich auf die Auswirkungen des Unfalls auf das Projekt, den Zeitplan und die Kosten, obwohl bis zum vergangenen Freitag nur begrenzte Details zum tatsächlichen Geschehen vorlagen. Die Anzahl der eingegangenen Anfragen deute darauf hin, dass die kurzfristige Umsetzung der ersten Phase für den Aktienkurs von entscheidender Bedeutung sei.

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