de.wedoany.com-Bericht: Die Panama-Kanalbehörde (Panama Canal Authority) hat einen Plan zur Senkung des maximal zulässigen Tiefgangs für die neuen Panamax-Schleusen bekannt gegeben. Die neue Beschränkung tritt am 1. Juli in Kraft und senkt die Tiefgangsgrenze um 0,5 Fuß auf 49,5 Fuß (15 Meter). Die Behörde betont, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, die auf den Erfahrungen aus der Wasserknappheit 2023–2024 basiert. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Schifffahrt seien begrenzt, doch da die derzeitigen Transitmengen auf einem Spitzenniveau liegen, hat diese Anpassung in der Branche Besorgnis ausgelöst.
Die Entscheidung basiert auf den Betriebserfahrungen des Kanals sowie den aktuellen und prognostizierten Wasserständen des Gatúnsees (des Hauptreservoirs). Mitte Mai hatte die Behörde noch erklärt, dass voraussichtlich keine Einschränkungen erforderlich seien, die Lage jedoch kontinuierlich überwacht werde. Panama erlebte eine ungewöhnlich feuchte Regenzeit, wobei die Niederschläge bis in die üblichen Tagesstunden andauerten. Darüber hinaus hatte die Behörde bereits im Dezember 2025 zusätzliche Wassersparmaßnahmen eingeführt.
Die Besorgnis rührt vor allem von den Prognosen zum „El Niño“-Phänomen her, bei dem die Wahrscheinlichkeit einer Abschwächung der pazifischen Passatwinde und eines Anstiegs der Wassertemperaturen zunimmt. Institutionen wie die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) erwarten möglicherweise eine Super-El-Niño-Saison. Die NOAA weist darauf hin, dass die letzten großen Ereignisse in den Saisons 2015/2016 und 1997/1998 stattfanden und deren Intensität die jüngsten Ereignisse, einschließlich der Saison 2023/2024, bei weitem übertraf. Der El Niño 2023/2024 beeinträchtigte den Kanalbetrieb erheblich. Die Behörde senkte den Tiefgang mehrfach auf 43 bis 44 Fuß, zeitweise sogar auf 38,5 Fuß, und stabilisierte den Betrieb durch eine Reduzierung der täglichen Transitvorgänge. Dies führte zu erheblichen Verzögerungen im Kanal und zwang große Containerschiffe, einen Teil ihrer Ladung zu löschen und die Container per Bahn über die Landenge zu transportieren. Maersk setzte eine Route aus und entlud stattdessen an der Ost- und Westküste, um die Fracht dann per Bahn auf ein anderes Schiff umzuleiten.
Laut einem Bericht des Baltic and International Maritime Council (BIMCO) ist das Verkehrsaufkommen im Panamakanal in diesem Jahr um etwa 8 % gestiegen. Der Verband führt dies unter anderem auf eine Zunahme der Tanker- und Gastransporter zurück, was teilweise auf die Schließung der Straße von Hormus und gestiegene US-Exporte nach Asien zur Kompensation der Nahost-Knappheit zurückzuführen sei. Online-Daten des Kanals zeigen, dass zum 5. Juni 58 gebuchte Schiffe auf die Durchfahrt warteten, weitere 9 Schiffe waren nicht gebucht. Die durchschnittliche Wartezeit für nicht gebuchte Schiffe in südlicher Richtung ist auf 10,6 Tage gestiegen, während die Wartezeit für Schiffe in nördlicher Richtung nach einem Höchststand von 13,6 Tagen Mitte Mai derzeit bei 2,2 Tagen liegt.

In den kommenden Tagen könnte sich der Rückstau noch verschärfen, da die Ostlinie der Gatún-Schleusen vom 9. bis 17. Juni für Trockendock-Wartungsarbeiten geschlossen wird. Dann müssen die Schiffe abwechselnd auf einer einzigen Fahrrinne verkehren, und die Anzahl der gebuchten Zeitfenster für die Panamax-Schleusen wird voraussichtlich auf nur 16 sinken – etwa die Hälfte der normalen täglichen Transitvorgänge von bis zu 40 für die neuen Panamax- und Panamax-Schleusen. Die Panamakanal-Behörde erklärte, ihre Experten überwachten die Wetterbedingungen genau, überprüften wöchentlich die Prognosen, um mögliche Auswirkungen zu bewerten, und würden in den kommenden Monaten weiterhin praktikable Maßnahmen zur Bewältigung der betrieblichen Herausforderungen prüfen.
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