de.wedoany.com-Bericht: Die ruandische Raumfahrtagentur (Rwanda Space Agency, RSA) ist offiziell dem von der Agentur für Flugsicherung in Afrika und Madagaskar (Agency for Air Navigation Safety in Africa and Madagascar, ASECNA) geleiteten Programm „Augmented Navigation for Africa" (ANGA) beigetreten. Die Zusammenarbeit wurde durch eine Absichtserklärung in Kigali besiegelt, die vom RSA-Geschäftsführer Gaspard Twagirayezu und dem ASECNA-Direktor Prosper Zo'o Minto'o unterzeichnet wurde.

ANGA ist ein von Afrika eigenständig aufgebautes satellitengestütztes Ergänzungssystem (SBAS), das die Positionsgenauigkeit und Zuverlässigkeit globaler Satellitennavigationssysteme wie GPS und Galileo verbessern soll. Durch die Echtzeitkorrektur von Signalfehlern kann das System die Positionsgenauigkeit von mehreren Metern auf etwa einen Meter steigern – ein für den Flugbetrieb und viele andere Bereiche entscheidendes Präzisionsniveau. Die verbesserte Navigation ermöglicht es Flugzeugen, Präzisionsanflüge durchzuführen, ohne dass an einzelnen Flughäfen teure Instrumentenlandesysteme installiert werden müssen.
Gemäß der Absichtserklärung wird Ruanda ein ANGA-Missionskontrollzentrum einrichten und für den landesweiten Einsatz und die Verbreitung der ANGA-Dienste verantwortlich sein. Dieses Zentrum wird die Verarbeitung von Navigationsdaten und die Erzeugung von Korrektursignalen übernehmen, wodurch Ruanda vom reinen Nutzer von Navigationsdiensten zu einem direkten technischen Teilnehmer des Programms aufsteigt.
ASECNA wurde 1959 gegründet und ist eine zwischenstaatliche Organisation aus 18 afrikanischen Staaten und Frankreich. ANGA wurde von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) anerkannt und zielt darauf ab, die Modernisierung der afrikanischen Luftfahrt sowie die Weltraumpolitik der Afrikanischen Union und den einheitlichen Luftverkehrsmarkt (SAATM) zu unterstützen. Das Programm strebt an, bis 2030 einen umfassenden Dual-Frequency-Multi-Constellation-SBAS-Dienst für Afrika und den Indischen Ozean bereitzustellen. Seit 2020 sendet der Satellit NIGCOMSAT-1R SBAS-Signale in der Region aus, und ein Flugdemonstrationstest in Nigeria im Jahr 2023 bestätigte die Fähigkeit der Technologie, Präzisionslandungen auf Flughäfen ohne herkömmliche Landeanlagen zu unterstützen.
Die Vereinbarung steht im Einklang mit Ruandas Entwicklungsstrategie im Raumfahrtbereich. Seit der Gründung der Raumfahrtagentur im Jahr 2020 hat das Land stark in die Raumfahrt-Infrastruktur investiert. Die in Rwamagana gelegene Mwulire-Satellitenbodenstation erhielt im Juni 2026 die Zertifizierung der World Teleport Association und wurde damit zur ersten vollständig zertifizierten Bodenstation der Stufe III in Subsahara-Afrika. Darüber hinaus hat das entwickelte zentrale Geodatenzentrum (Geo-Hub) bereits in georäumlichen Anwendungen wie Landwirtschaft, Infrastrukturentwicklung und Katastrophenbewältigung seine Wirkung entfaltet. Durch diese Zusammenarbeit erweitert Ruanda sein Geschäft von Erdbeobachtung und Satellitenkommunikation auf fortschrittliche Navigationsdienste.
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