Kasachstan vervierfacht Ölexporte in vier Jahren und steigt zum sechstgrößten Exporteur weltweit auf
2026-06-09 10:59
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de.wedoany.com-Bericht: (Kasachische Internationale Nachrichtenagentur) Am 5. Juni fand in Astana die fünfte FOC 2026: Fett- und Ölkonferenz statt. Ziel der Konferenz war es, die Entwicklungstrends und zukünftigen Chancen der Fett- und Ölverarbeitungsindustrie in der eurasischen Region eingehend zu erörtern.

Nach Angaben des kasachischen Ministeriums für Handel und Integration versammelte das Forum über 330 Delegierte aus mehr als 18 Ländern, darunter Leiter von über 50 kasachischen Fett- und Ölverarbeitungsunternehmen sowie Vertreter von Regierungsbehörden, internationalen Organisationen, Finanzinstituten, landwirtschaftlichen Holdinggesellschaften, Logistikunternehmen und globalen Branchenführern.

Der stellvertretende kasachische Minister für Handel und Integration, Asset Nussupow, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass die strategische Bedeutung der Fett- und Ölindustrie für die globale Ernährungssicherheit zunehmend hervortrete. Er erklärte, dass durch Besuche in landwirtschaftlichen Regionen und intensive Gespräche mit Agrarproduzenten deutlich erkennbar sei, dass der kasachische Agrarindustriekomplex einen tiefgreifenden Wandel durchlaufe. Das Land bewege sich schrittweise vom Export von Rohstoffen hin zur Herstellung von Produkten mit tieferer Verarbeitung und höherer Wertschöpfung und erschließe aktiv neue Exportmärkte.

Diese Veränderungen hätten auf internationaler Ebene bereits bemerkenswerte Ergebnisse gezeitigt. Im vergangenen Jahr sei Kasachstan in die Riege der weltweit führenden Sonnenblumenölexporteure aufgestiegen und habe einen Anteil von rund 3,6 % am globalen Exportmarkt erobert. Zugleich sei Kasachstan bei den Sonnenblumenölexporten nach China auf den zweiten Platz vorgerückt. Im vergangenen Jahr seien die Exporteinnahmen aus Ölsaaten und Fettprodukten um 70 % gestiegen, was den Erfolg der kasachischen Politik der wirtschaftlichen Diversifizierung und Förderung von Nicht-Ressourcenexporten unterstreiche.

Derzeit sei die Fett- und Ölverarbeitungsindustrie zum wichtigsten Wachstumsmotor des verarbeitenden Gewerbes geworden. Im Jahr 2025 habe die Branchenproduktion erstmals die Marke von 1,57 Millionen Tonnen überschritten, die Exporterlöse hätten mit 963 Millionen US-Dollar einen Rekordwert erreicht. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 habe dieser Wert lediglich 240 Millionen US-Dollar betragen. Das bedeute, dass sich die Exporterlöse innerhalb von nur vier Jahren mehr als vervierfacht hätten.

Besonders rasant habe sich die Sonnenblumenölproduktion entwickelt. In den letzten vier Jahren sei die Produktion um das 2,3-fache auf über 752.000 Tonnen gestiegen. Gleichzeitig habe Kasachstan seine Abhängigkeit von importiertem Sonnenblumenöl auf dem Inlandsmarkt deutlich verringert. Daten zufolge habe der Marktanteil importierten Sonnenblumenöls zwischen 2015 und 2021 durchschnittlich 39 % betragen, heute liege dieser Wert bei unter 18 %.

Die Fett- und Ölverarbeitungsindustrie trage derzeit mehr als ein Viertel zu den Deviseneinnahmen aus kasachischen Agrarexporten bei. Im Jahr 2025 habe der Exportanteil dieser Branche 27 % erreicht und sei damit zu einer der tragenden Säulen für die stabile wirtschaftliche Entwicklung Kasachstans geworden.

Während der Konferenz legten die Teilnehmer einen Schwerpunkt auf die Themen Ernährungssicherheit und Preisstabilität. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sei der globale Preisindex für Pflanzenöle von Mai 2023 bis Ende 2025 um 39 % gestiegen, der Preis für Sonnenblumenöl an der europäischen Börse habe im gleichen Zeitraum um 47 % zugelegt. Trotz der starken Schwankungen auf den internationalen Märkten seien die Preise auf dem kasachischen Inlandsmarkt dank einer effizienten Zusammenarbeit zwischen Regierung und Wirtschaft stabil geblieben.

Heute exportiere Kasachstan Fett- und Ölprodukte in über 20 Länder weltweit, wobei die wichtigsten Märkte China, die zentralasiatischen Staaten und die Europäische Union umfassten. Im Jahr 2025 sei Kasachstan bei den Sonnenblumenölexporten auf den sechsten Platz weltweit aufgestiegen.

In den letzten zwei Jahren sei Kasachstan zum größten Pflanzenöllieferanten für Usbekistan und Tadschikistan geworden und habe über 90 % des Importbedarfs dieser beiden Länder gedeckt. Darüber hinaus decke Kasachstan den gesamten Bedarf der zentralasiatischen Region an Sonnenblumenkuchen und zähle zu den drei größten Sonnenblumenkuchenlieferanten der Europäischen Union.

Nussupow betonte, dass diese Erfolge auf eine systematische Staatspolitik und eine effektive Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zurückzuführen seien. Die Modernisierung der Verkehrs- und Logistikinfrastruktur sei eine der strategischen Kernrichtungen. Kasachstan erweitere kontinuierlich das Potenzial der internationalen Transportroute über das Kaspische Meer und treibe den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur sowie die Kapazitätserweiterung der Häfen systematisch voran.

Im Jahr 2026 sei im Hafen von Aktau erstmals die direkte Verschiffung von Pflanzenöl realisiert worden. Zudem sei unter der Schirmherrschaft der kasachischen Staatsbahn ein Pilottransport von pelletiertem Sonnenblumenkuchen nach China über den Grenzübergang Dostyk-Alashankou gestartet worden.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein sei der erstmalige Transport von Sonnenblumenöl aus dem Gebiet Ostkasachstan in die chinesische Provinz Jiangsu mittels Flexitanks. Die rund 4.700 Kilometer lange Strecke sei in nur 12 Tagen bewältigt worden, was die Effizienz moderner Logistiklösungen belege.

Gleichzeitig weiteten sich die Außenhandelsmöglichkeiten für kasachische Produzenten stetig aus. Derzeit nutze Kasachland effektiv die Freihandelsabkommen mit Vietnam, Serbien und Iran. Im vergangenen Jahr seien neue Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Mongolei und Indonesien unterzeichnet worden. Zudem liefen Verhandlungen über die Einrichtung einer Freihandelszone mit Indien, die kasachischen Exporteuren einen der größten Verbrauchermärkte der Welt eröffnen würde.

Nussupow erwähnte auch die beeindruckenden Leistungen bei den Ölsaatenexporten. Im Zeitraum September bis April der laufenden Saison seien fast 1 Million Tonnen Leinsamen exportiert worden, was der Volkswirtschaft Einnahmen von nahezu 500 Millionen US-Dollar eingebracht habe. Zu den Hauptabnehmern zählten China und die EU-Staaten. Im gleichen Zeitraum seien über 200.000 Tonnen Raps exportiert worden, hauptsächlich nach China, Polen, Lettland und andere europäische Länder.

Zur Steigerung der Transparenz und Effizienz der Handelsprozesse führe Kasachstan das System „Nationales Warenverzeichnis" ein.

Nach Einschätzung internationaler Experten werde der globale Markt für Pflanzenöle in den kommenden Jahren ein stetiges Wachstum verzeichnen. Der weltweite Jahresverbrauch habe bereits 220 Millionen Tonnen überschritten und werde voraussichtlich weiter steigen. Dies biete Kasachstan weitere Chancen, seine Position auf dem globalen Nahrungsmittelmarkt zu festigen.

Die Konferenzteilnehmer waren der Ansicht, dass die kasachische Fett- und Ölverarbeitungsindustrie durch die Entwicklung der Tiefenverarbeitung, die Einführung moderner Technologien und die Ausweitung des Exports von Produkten mit hoher Wertschöpfung zu einem Vorbild für nachhaltiges Wirtschaftswachstum geworden sei. Diese Ausrichtung leiste weiterhin einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung des Exportpotenzials des Landes, zur Erschließung neuer Märkte und zur Festigung der Ernährungssicherheit.

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