Brasiliens saubere Industrieprojekte: Potenzielle Investitionen von über 300 Milliarden US-Dollar
2026-06-10 10:06
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de.wedoany.com-Bericht: Einem neuen Bericht der Mission Possible Partnership (MPP) und des Industrial Transformation Accelerator (ITA) zufolge haben in den letzten sechs Monaten weltweit 19 saubere Industrieprojekte ihre endgültige Investitionsentscheidung (FID) getroffen – mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 43 Milliarden US-Dollar. Brasilien hat sich in diesem Bereich zu einem der vielversprechendsten Märkte weltweit entwickelt.

Laut Daten der globalen Projektverfolgungsdatenbank der MPP befinden sich derzeit 34 Projekte in Brasilien in der Entwicklung. Sollten alle diese Projekte ihre endgültige Investitionsentscheidung erhalten, könnten sie Investitionen in Höhe von 306 Milliarden US-Dollar in den Bereichen kohlenstoffarme Kraftstoffe, Chemikalien und Metalle freisetzen. Von diesen 34 Projekten sind drei Aluminiumproduktionsstandorte bereits in Betrieb, und ein Projekt für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) hat seine endgültige Investitionsentscheidung erhalten. Zu den bereits angekündigten Projekten gehören außerdem 25 saubere Ammoniakprojekte, vier saubere Methanolprojekte und ein weiteres SAF-Produktionsprojekt. Von den geschätzten 306 Milliarden US-Dollar entfallen 219 Milliarden auf erneuerbare Energie-infrastruktur und 87 Milliarden auf Industrieanlagen.

Saubere Kraftstoffe sind einer der aktivsten Sektoren im brasilianischen Projektportfolio und umfassen Projekte zur Herstellung von SAF, Methanol und sauberem Ammoniak. Die entsprechenden Investitionen auf dem internationalen Markt nehmen weiter zu: In den letzten sechs Monaten haben vier SAF-Anlagen, neun Methanolanlagen und drei saubere Ammoniakprojekte ihre endgültige Investitionsentscheidung erhalten. Die EU und asiatische Länder haben als erste verbindliche SAF-Beimischungsquoten eingeführt, die durch langfristige Vertragsabschlüsse und berechenbare Investitionsrenditen neue Investitionen anregen. Brasilien hat aufgrund der Verfügbarkeit lokaler Rohstoffe, seiner großen Landesfläche und seiner Erfahrung in der Landwirtschaft einen Wettbewerbsvorteil in diesem wachsenden Markt.

In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen Acelen Renováveis die endgültige Investitionsentscheidung für eine SAF-Bioraffinerie im Bundesstaat Bahia mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar getroffen. Es ist das erste Projekt in Brasilien, das die Unterstützung des ITA erhält und diesen entscheidenden Schritt vollzieht. Die Anlage wird aus der heimischen Ölpflanze Macaúba nachhaltigen Flugkraftstoff herstellen. Macaúba ist trockenheitsresistent, wächst auf nährstoffarmen Böden, benötigt wenig Wasser und konkurriert nicht mit Nahrungspflanzen um Anbauflächen. Sie gilt als umweltfreundlichere Alternative, die zur Dekarbonisierung der Luftfahrt beiträgt, ohne die Biodiversität, Wälder, Ernährungssicherheit oder andere Landnutzungsprioritäten zu beeinträchtigen.

Marc Farre Moutinho, Leiter des ITA in Brasilien, erklärte, dass vom ITA ausgewählte Projekte gezielte Unterstützung erhalten, um ihre Investitionsattraktivität zu steigern. Die endgültige Investitionsentscheidung von Acelen sei ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit dieser Unterstützung. Im Hinblick auf SAF-Projekte in Brasilien untersuche das ITA, wie der Marktzugang für brasilianischen hochintegren Biokraftstoff SAF verbessert werden könne, da dieser Marktzugang für den Abschluss von Abnahmeverträgen und die Finanzierung von entscheidender Bedeutung sei.

Der Bericht betont, dass Handelsabkommen über saubere Industrien zwischen Ländern mit komplementären Fähigkeiten die Widerstandsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und das industrielle Wachstum stärken können. Für Brasilien, das über reichlich erneuerbare Ressourcen und ein wachsendes Projektportfolio verfügt, beschränken sich die Chancen nicht nur auf die Inlandsnachfrage. Brasilien ist gut positioniert, um seine Rolle als Exporteur kohlenstoffarmer Industrierohstoffe zu festigen und wettbewerbsfähige Produkte auf verschiedenen internationalen Märkten anzubieten. Der Bericht warnt jedoch auch, dass trotz der beachtlichen Fortschritte zur Umwandlung der aktuellen Dynamik in einen breiteren und nachhaltigeren industriellen Wandel noch stärkere Märkte für saubere Produkte geschaffen, Handelspartnerschaften zur Verbindung günstiger sauberer Energiequellen mit wichtigen Industriezentren entwickelt und öffentliches sowie privates Kapital mobilisiert werden müssen, um die Investitionsrisiken für Vorreiterprojekte zu senken.

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