Österreichischer Hafen Linz erhält 11,817 Millionen Euro EU-Förderung für Hochwasserschutzprojekt
2026-06-11 09:06
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de.wedoany.com-Bericht: Der österreichische Hafen Linz treibt ein Hochwasserschutzprojekt namens „SAFE Port of Linz" (Sicherer Hafen Linz) voran, mit dem Ziel, diesen wichtigen Binnenlogistikknotenpunkt an der Donau auch bei schweren Überschwemmungen betriebsfähig zu halten.

Das Projekt wird vom EU-Förderprogramm „Connecting Europe Facility" (CEF) im Bereich Verkehr unterstützt, mit einem maximalen Zuschuss von 11,817 Millionen Euro, der 30 % der förderfähigen Kosten abdeckt. Koordiniert wird das Projekt von der LINZ SERVICE GmbH für Infrastruktur und Kommunale Dienste, die zur städtischen Infrastrukturgruppe von Linz gehört. Die Umsetzungsdauer erstreckt sich von Januar 2023 bis Juli 2026.

Der trimodale Hafen Linz liegt im Kernnetzkorridor Rhein-Donau und ist der zweitgrößte öffentliche Hafen an der österreichischen Donau. Der Hafen verbindet Binnenschifffahrt, Schienen- und Straßenverkehr. Der Warenfluss im angrenzenden Industriegebiet ist stark von der zuverlässigen Funktion der Kaianlagen, Lagerflächen und des Hinterlandverkehrs abhängig. Die Hochwasserereignisse der Jahre 2002 und 2013 haben gezeigt, wie anfällig Donauhäfen bei steigenden Wasserständen sind. Für Frachtknotenpunkte stellen Überschwemmungen nicht nur eine Herausforderung für den Bevölkerungsschutz dar, sondern können auch zu Umschlagsunterbrechungen, Geräteschäden, gesperrten Zufahrtsstraßen und unterbrochenen Schienenverbindungen führen, was Verlader dazu zwingt, vorübergehend nach Alternativen zu suchen.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, zielt das Linzer Hafenprojekt darauf ab, die bestehende und neu errichtete Verkehrsinfrastruktur zu schützen, sodass sie einem statistisch einmal in 300 Jahren auftretenden extremen Hochwasserereignis (bezeichnet als HQ300+) standhalten kann. Zu den konkreten Maßnahmen gehören die Installation eines mobilen Tores am Hafeneingang, das bei steigendem Wasserstand rechtzeitig geschlossen werden kann; der Bau einer Betonhochwasserschutzmauer am rechten Ufer des Außenhafens; die Einrichtung von Notliegeplätzen für Schiffe, die vor der Schließung nicht mehr in den Hafen einfahren können; sowie die Installation mobiler Hochwasserschutzwände an den bestehenden Kaimauern und Uferanlagen. Gleichzeitig wird der bestehende Deich durch eine durchgehende Untergrundabdichtung ertüchtigt, und es wurden neue Entwässerungssysteme und Pumpstationen für das Poldergebiet installiert, um Sickerwasser, durch den Deich eindringendes Grundwasser und Oberflächenwasser zu managen.

Das Projekt ist Teil einer breiteren österreichischen Donau-Hochwasserschutzstrategie und deckt sich mit der EU-Agenda für Verkehrsresilienz. Der EU-Förderbescheid beschreibt den erwarteten Nutzen: Aufrechterhaltung des Hafenbetriebs während Hochwasser, Klimaschutz für die Hafeninfrastruktur und Vermeidung von Hochwasserschäden. Für Verlader, Spediteure und Eigentümer von Industriegütern, die die Rhein-Donau-Achse nutzen, markiert dieses Projekt einen Wandel in der Hafenplanung. Zu den über Binnenhäfen transportierten Gütern zählen häufig übergroße Komponenten, Industriemaschinen, Stahl, Transformatoren und Baumaterialien – Güter, die sich bei blockierten Kaianlagen, Kränen, Gleisanschlüssen oder Straßen oft nur schwer umleiten lassen. Daher betrachtet der Hafen Linz den Hochwasserschutz als Teil seiner Betriebsinfrastruktur; das Schutzsystem ist darauf ausgelegt, die Logistikkette auch dann am Laufen zu halten, wenn die Donau eher eine Bedrohung als einen Transportweg darstellt.

Das Projekt ist derzeit noch im Gange und soll im Juli 2026 abgeschlossen werden.

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