EU-Projekt BIOWRAP gestartet: 19 Millionen Euro für die Industrialisierung von Papier-Luftpolsterfolie
2026-06-19 11:52
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de.wedoany.com-Bericht: Ein von einem internationalen Konsortium und dem EU-Flaggschiffprojekt BIOWRAP getragenes Projekt ist in diesem Monat gestartet. Ziel ist es, die angeblich „erste" vollständig aus Papier bestehende Luftpolsterfolie PapairWrap zu entwickeln und auf industrielle Maßstäbe zu erweitern.

Papair

Das Projekt wird vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) und seinen Mitgliedern unterstützt und von der Europäischen Union finanziert. Es ist auf eine Laufzeit von fünf Jahren ausgelegt, mit einem Gesamtbudget von rund 19 Millionen Euro. Die Projektleitung und Gesamtkoordination obliegt der Firma Papair aus Hannover (Deutschland), die die Basistechnologie entwickelt hat und die entsprechenden Patente hält.

Die Projektpartner erstrecken sich über Deutschland, Portugal, Österreich, die Niederlande, Spanien, Dänemark und Polen. Insgesamt sind 14 Organisationen beteiligt, darunter Papierhersteller, Maschinenbauunternehmen, Beschichtungsfirmen, Produzenten pflanzlicher Papieralternativen, Forschungseinrichtungen und Universitäten.

Laut Angaben kann PapairWrap über den Altpapierkreislauf entsorgt und vollständig recycelt werden. Im Vergleich zu Kunststoff soll das Produkt die CO₂-Emissionen pro Quadratmeter um 25 bis 50 Prozent reduzieren. Eine Produktionsanlage mit einem Technologiereifegrad von TRL 8 wird im deutschen Bundesland Niedersachsen in Betrieb genommen. Ihre Arbeitsbreite beträgt angeblich 1200 Millimeter, die Produktionsgeschwindigkeit kann bis zu 100 Meter pro Minute erreichen.

Papair gibt an, dass in dieser Anlage Nanocellulose-Komposite, Präzisionsprägung, biobasierte Beschichtungen und ein vollständig digitalisiertes Prozessmanagement in einer Produktionslinie integriert werden. Das Unternehmen erklärt, dass die technische Auslegung, die wirtschaftlichen Kennzahlen und die Umweltdaten der Anlage dokumentiert und veröffentlicht werden, um die Reproduktion weiterer Produktionsstandorte in Europa zu ermöglichen.

Bis 2031 hat das Konsortium folgende Ziele gesetzt: Innerhalb von fünf Jahren nach Projektabschluss sollen mehr als 100 Millionen Quadratmeter Kunststoff-Luftpolsterfolie ersetzt werden; jährlich sollen rund 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalent eingespart werden; beim Papierrecycling soll eine Materialrückgewinnungsquote von mindestens 90 Prozent erreicht werden; in europaweiten Tests soll eine Akzeptanz von 70 Prozent bei den Verbrauchern erzielt werden; und in der gesamten Lieferkette sollen mehr als 200 technische Arbeitsplätze geschaffen werden.

In weiteren EU-Entwicklungen veröffentlichte die Europäische Kommission im April dieses Jahres ein Faktenblatt, um Verbrauchern die Ziele und Auswirkungen der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle näherzubringen. Im darauffolgenden Monat gab SK Chemicals bekannt, dass seine Copolyester-Produktlinie ECOTRIA CLARO sowie die PET-basierten SKYPET-Produkte die Anerkennung von RecyClass erhalten haben und im PET-Recyclingstrom recycelt werden können.

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