de.wedoany.com-Bericht: Angesichts des rasanten Wachstums der vietnamesischen Technologiebranche verstärken Logistikunternehmen ihre Kapazitäten im Land, um von potenziellen ertragreichen Chancen zu profitieren. Ceva Logistics hat kürzlich eine dreimal wöchentlich verkehrende 777F-Frachtflugverbindung von Hanoi nach Chicago eingerichtet, begründet mit der steigenden Nachfrage von Herstellern aus dem Technologie- und Industriesektor in Vietnam nach „zuverlässigen Langstreckenlösungen in die USA".

Ceva bietet an mehreren vietnamesischen Häfen Abhol- und Konsolidierungsdienste an, darunter Hanoi (HAN), Da Nang (DAD) und Ho-Chi-Minh-Stadt (SGN). Ein inländisches Betriebsteam koordiniert multimodale Transporte, Zollabfertigung und Umschlagsaktivitäten. Die Schwesterfluggesellschaft CMA CGM Air Cargo hat kürzlich ebenfalls eine zweimal wöchentlich verkehrende direkte Großraumfrachtflugverbindung eröffnet, die Frankreich mit der vietnamesischen Hauptstadt verbindet.
Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund zunehmender Anzeichen, dass Vietnam sich zu einem der am schnellsten wachsenden Zentren der globalen Hightech-Fertigung entwickelt, und Logistikanbieter schnell handeln, um sich einen Vorteil zu sichern. Vietnam wurde jahrelang hauptsächlich als Nutznießer der „China-plus-eins"-Strategie betrachtet, die Hersteller anzieht, die ihre Produktion aus China verlagern möchten. Die wachsenden Investitionen deuten jedoch darauf hin, dass Vietnam seine Rolle als kostengünstiger Montagestandort übersteigt und zu einem immer wichtigeren Bestandteil der globalen Technologie-Lieferkette wird.
Das taiwanesische Unternehmen Well Shin gab kürzlich bekannt, dass es nach Erhalt von Cloud-Computing-bezogenen Aufträgen die Produktion von AI-Server-Stromkabeln nach Vietnam verlagern werde. Auch das chinesische Unternehmen Huawei hat seine Partnerschaften in Vietnam ausgeweitet, unter anderem in den Bereichen künstliche Intelligenz, Energie und 5G-Infrastruktur. Laut dem vietnamesischen Nationalen Statistikamt zog das Land in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 ausländische Investitionszusagen in Höhe von 24,8 Milliarden US-Dollar an, ein Anstieg von 34,9 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei etwa 65 % in das verarbeitende Gewerbe und die Industrie flossen.
Zu den größten in diesem Jahr angekündigten Projekten gehören eine zweite Fabrik von Samsung in der Provinz Thai Nguyen, eine Investition von Posco Future M in Batteriematerialien sowie die Expansion der Elektronikproduktion des Automobilherstellers BYD. Auch die Investitionen in die digitale Infrastruktur in Vietnam nehmen zu, und Branchenprognosen deuten auf ein schnelles Wachstum von AI-orientierten Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und Edge-Computing-Einrichtungen hin. Es wird erwartet, dass Hyperscale-Anlagen den größten Anteil an dieser Expansion haben werden, angetrieben durch das Wachstum des Cloud Computings und die steigende Nachfrage nach AI-bezogener Rechenleistung.
Dieser Wandel wird auf dem Frachtmarkt zunehmend sichtbar. Laut Daten des Beratungsunternehmens Aevean stiegen die AI-bezogenen Luftfrachtexporte Vietnams in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 110 %. Spediteure berichten, dass die Luftfrachtkapazität in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt bereits spürbar knapp geworden ist, mit erheblichen Platzbeschränkungen und steigenden Frachtraten für Exporte in die USA. Laut Rotate-Daten stieg die aus Europa nach Vietnam eingehende Frachtflugzeugkapazität seit Jahresbeginn um 190 %, die aus Nordamerika um 50 %. Die gesamte ausgehende Frachtflugzeugkapazität Vietnams ist im Vergleich zum Vorjahr um 32 % gestiegen.
Betreiber wie Atlas Air, UPS, China Cargo Airlines, Kalitta Air, Turkish Cargo und AeroLogic haben alle ihre Kapazitäten erhöht, wobei die größten Zuwächse auf Strecken zu verzeichnen sind, die Vietnam mit wichtigen Fertigungszentren wie Südkorea, dem chinesischen Festland und Hongkong verbinden. Dieses Muster deutet darauf hin, dass Vietnam sich tiefer in die regionalen Technologieproduktionsnetzwerke integriert und nicht nur China als Fertigungsstandort ersetzt.
Die jüngste Ankündigung von Ceva spiegelt dies wider. Neben der Eröffnung der Strecke Hanoi-Chicago hat das Unternehmen auch den Betrieb der Frachtflugverbindung Wuxi-Chicago verlängert und ist der Ansicht, dass beide Strecken Kunden unterstützen können, die nach widerstandsfähigen transpazifischen Lieferketten suchen. Im April kündigte die Muttergesellschaft von Ceva, die CMA CGM Group, zudem die zweite Ausbauphase des Gemalink-Terminals im südvietnamesischen Cai Mep-Hafen an. Das Projekt soll die jährliche Kapazität von 1,7 Millionen TEU auf etwa 3 Millionen TEU bis 2027 erhöhen. Der Betreiber gab an, dass das 2021 eröffnete Terminal, das gemeinsam mit Gemadept gehalten wird (CMA CGM hält 25 %), bereits voll ausgelastet sei. CMA CGM bezeichnete den Ausbau als Teil ihrer langfristigen Strategie in Vietnam, wo das Unternehmen auch über Ceva umfangreiche Logistikdienstleistungen betreibt.
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