de.wedoany.com-Bericht: NVIDIA entwickelt ein eigenes 800V-Hochspannungs-Gleichstrom (HVDC)-Stromversorgungs-Rack, das voraussichtlich im dritten Quartal 2026 fertiggestellt und an Kunden ausgeliefert wird. Es wird als optionale Konfiguration für Kunden angeboten, die die Vera-Rubin-Plattform einsetzen, und nicht als Standardfunktion.

Das aktuelle VR200-Rack von NVIDIA hat eine Leistungsaufnahme von etwa 225 kW, was über den rund 150 kW der vorherigen Generation GB300 liegt. Trotz des erhöhten Stromverbrauchs liegt dies noch im Bereich der herkömmlichen Netzteileinheiten (PSU) im Rack. Beim Übergang zur Rubin-Ultra-Generation wird es einen bedeutenden Wandel in der Stromversorgungsarchitektur geben, wobei die Rack-Leistungsaufnahme voraussichtlich auf etwa 660 kW ansteigt, während die nächste Generation von luftgekühlten Systemen möglicherweise 1,2 bis 1,3 MW benötigt. TrendForce schätzt, dass ein einzelnes 800V-Stromversorgungs-Rack 1 bis 2 Rubin-Ultra-Racks unterstützen kann, wobei das konkrete Einsatzverhältnis von den Redundanzanforderungen der jeweiligen Kunden abhängt. Laut Lieferketteninformationen entwickelt NVIDIA zusätzliche Stromübertragungsarchitekturen, um den Kunden eine größere Flexibilität bei der Systembereitstellung zu bieten.
Die Bereitstellung von Hyperscale-Rechenzentren hängt weiterhin von der Netzverfügbarkeit und der Verfügbarkeit kritischer Stromversorgungs-infrastruktur ab. Hyperscaler und Rechenzentrumsentwickler investieren weiterhin massiv in neue KI-Infrastruktur, und mehrere Gigawatt-Campusse in Nordamerika sollen vor Ende 2026 in Betrieb gehen. Der tatsächliche Zeitplan für die Bereitstellung wird jedoch von mehreren angebotsseitigen Engpässen abhängen, darunter anhaltende Engpässe bei wichtigen Serverkomponenten wie Speicher und CPUs sowie die Fähigkeit der lokalen Stromnetze, den schnell wachsenden Strombedarf zu decken. TrendForce beobachtet, dass die meisten US-Strommärkte zwar über ausreichende Erzeugungskapazitäten verfügen, um genehmigte Rechenzentrumsprojekte zu unterstützen, der Hauptengpass jedoch in der Stromübertragung liegt. Dieses Problem ist besonders in den von PJM Interconnection versorgten Gebieten ausgeprägt, da dort strengere Anforderungen an den Netzanschluss gelten und die Wartezeiten für neue Projekte jetzt mehr als fünf Jahre betragen können. Als Reaktion darauf arbeiten PJM und mehrere andere regionale Übertragungsnetzbetreiber mit der US-Bundesregierung zusammen, um die Netzanschlussverfahren für große Rechenzentrumsprojekte zu beschleunigen.
Die langen Lieferzeiten für kritische Strominfrastruktur erhöhen die Unsicherheit zusätzlich. Bis Mitte 2025 haben sich die durchschnittlichen Lieferzeiten für große Leistungstransformatoren auf etwa 2,5 Jahre verlängert, während Transformatoren der Spannungsklassen 345 kV bis 765 kV vier bis fünf Jahre benötigen – etwa doppelt so lange wie im Jahr 2020. Auch bei Schaltanlagen gibt es ähnliche Versorgungsengpässe. Vor diesem Hintergrund ist TrendForce der Ansicht, dass die Branche genau beobachten sollte, ob die Lieferanten die Produktion und Lieferung dieser kritischen elektrischen Komponenten und der dazugehörigen Strominfrastruktur beschleunigen können, da jede Verzögerung den Baufortschritt von Rechenzentren beeinträchtigen könnte.
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