Kanadas CO₂-Steueranpassung in Alberta bedroht Varmes 400-Millionen-Dollar-CO₂-Abscheidungsanlage
2026-06-30 14:16
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de.wedoany.com-Bericht: Eine Anpassung des CO₂-Steuerabkommens könnte eine Reihe von bereitstehenden Dekarbonisierungsprojekten in Kanadas Cleantech-Branche zum Scheitern bringen, allen voran die geplante 400-Millionen-Dollar-Müllverbrennungsanlage von Varme Energy in Edmonton.

Die Anlage soll Abfälle von Deponien fernhalten und die darin enthaltenen Biomasseemissionen zur dauerhaften unterirdischen Speicherung abscheiden. Aufgrund drastisch gesunkener Einnahmeerwartungen droht ihr jedoch im Herbst dieses Jahres die Absage. Der politische Kurswechsel geht auf ein überarbeitetes Methan- und Industrie-CO₂-Steuerabkommen zurück, das Premierminister Mark Carney mit der albertainischen Premierministerin Danielle Smith unterzeichnet hat. Nach dem vorherigen Bundesrahmenwerk hätte der kanadische Industrie-CO₂-Preis bis 2030 auf 170 Dollar pro Tonne steigen sollen. Der neue Kompromiss zwischen Provinz und Bund, der nach Lobbyarbeit großer Industrieemittenten zustande kam, setzt eine Preisobergrenze von 130 Dollar pro Tonne fest und verschiebt den Zeitplan auf 2040.

Für Entwickler, die auf einen stabilen Markt für Compliance-Gutschriften angewiesen sind, geht die neue Rechnung nicht auf. Die geschätzten Betriebskosten der Varme-Energy-Anlage liegen bei etwa 118 Dollar pro Tonne. Das Unternehmen hat zwar eine Basisgarantie des Canada Growth Fund erhalten, die Gutschriften zu 85 Dollar pro Tonne abkauft, doch das Projekt benötigt einen Anstieg des Compliance-Marktes auf 170 Dollar pro Tonne, um wirtschaftlich rentabel zu sein. Sean Collins, CEO von Varme Energy, erklärte, die finanzielle Lage des Unternehmens sei äußerst herausfordernd, und man sende Hilferufe nach Ottawa. Er betonte: „Die Lösung für das Einnahmeproblem sind Einnahmen.“

Die politische Anpassung bedroht zudem weitere Projekte in der gesamten Provinz, darunter das geplante 2-Milliarden-Dollar-Bio-CO₂-Abscheidungs- und -Speicherungsprojekt (bio-CCS) von Torchlight in einer Zellstofffabrik nahe Hinton. Branchenvertreter weisen darauf hin, dass Kapitalzuschüsse und Steuergutschriften zwar die anfänglichen Baukosten decken könnten, aber nutzlos seien, wenn der Wert der CO₂-Gutschriften am Ende zerstört werde. Sollte es in den kommenden Monaten nicht zu schnellen regulatorischen Eingriffen kommen, etwa der Erlaubnis für kanadische Entwickler, Gutschriften an US-amerikanische oder internationale Compliance-Programme zu exportieren, könnten Kanadas Flaggschiff-Ambitionen zur CO₂-Abscheidung dauerhaft ihre wirtschaftliche Dynamik verlieren.

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