de.wedoany.com-Bericht: Die Betreiber der Schieneninfrastruktur in der Westbalkanregion haben in Helsinki zwei Anhänge zur Klimaresilienz unterzeichnet, um die regionale Zusammenarbeit zu stärken und das Schienennetz vor extremen Wetterereignissen zu schützen.

Diese Dokumente ergänzen das bestehende Abkommen zwischen den Betreibern der Verkehrsinfrastruktur und schaffen einen gemeinsamen Rahmen für die Prävention und das Management der Auswirkungen des Klimawandels auf die Schieneninfrastruktur. Der neue Mechanismus sieht den Austausch von Echtzeitinformationen, gegenseitige technische Hilfe, die schnelle Mobilisierung von Ressourcen sowie die Koordinierung von Notfallmaßnahmen vor.
Hintergrund dieses Schrittes ist, dass Überschwemmungen, Erdrutsche, extreme Temperaturen und starker Schneefall zunehmend die Verkehrsinfrastruktur der Region beeinträchtigen, was zu Verkehrsunterbrechungen und Blockaden strategischer Korridore führt.
Ergys Verdho, Generaldirektor der Albanischen Eisenbahnen (Albanian Railways), erklärte, die Unterzeichnung dieser Anhänge sei ein entscheidender Schritt, um regionale Verpflichtungen in einen konkreten operativen Rahmen für eine klimaresiliente Schieneninfrastruktur zu überführen. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Unvorhersehbarkeit extremer Wetterereignisse seien grenzüberschreitende Koordinierung, gemeinsame Vorbereitung und schnelle Reaktionsmechanismen für die Sicherheit, Kontinuität und Nachhaltigkeit der Verkehrskorridore von entscheidender Bedeutung.
Vertreter des Eisenbahnsektors betonten, dass Klimarisiken keine Grenzen kennen und eine koordinierte Reaktion auf regionaler Ebene erfordern. Gemäß der neuen Vereinbarung verpflichten sich die Infrastrukturbetreiber, Partnern, die von extremen Ereignissen betroffen sind, bei Bedarf technisches Fachwissen, Personal, Ausrüstung und logistische Unterstützung zur Verfügung zu stellen.
Bujar Jupaj, Geschäftsführer von InfraKos, dem kosovarischen Betreiber der Schieneninfrastruktur, ist der Ansicht, dass diese Unterzeichnung einen Übergang von isolierten nationalen Maßnahmen zu einem koordinierten regionalen Rahmen markiert, der die Klimaresilienz und die Sicherheit der Schieneninfrastruktur angesichts extremer Wetterereignisse verbessern kann.
Marina Bošković, Geschäftsführerin des montenegrinischen Betreibers der Schieneninfrastruktur, wies darauf hin, dass die Auswirkungen des Klimawandels administrative Grenzen überschreiten und ein gemeinsames Vorgehen auf regionaler Ebene erfordern.
Anel Topalović, Vertreter der Eisenbahnen von Bosnien und Herzegowina (Bosnia and Herzegovina Railways), schilderte einen konkreten Fall. Die Überschwemmungen, die im Oktober 2024 die Region Jablanica heimsuchten, hätten gezeigt, wie kostspielig es sei, wenn die Infrastruktur nicht auf extreme Wetterereignisse vorbereitet sei. Der Eisenbahnabschnitt zwischen Donja Jablanica und Grabovica wurde zerstört, wodurch der Verkehr auf einem der wichtigsten Korridore der Region vollständig blockiert war; die Reparaturarbeiten dauerten vier Monate.
Die Umsetzung dieser Vereinbarungen wird von der Verkehrsgemeinschaft (Transport Community) unterstützt, die die Koordinierung zwischen den Infrastrukturbetreibern, die Entwicklung gemeinsamer Verfahren und die Identifizierung nationaler, regionaler und europäischer Finanzierungsquellen für Anpassungsprojekte an den Klimawandel fördern wird.









