Vier Wiener Gasometer aus dem 19. Jahrhundert in Österreich zu Wohnviertel umgebaut
2026-07-03 11:16
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de.wedoany.com-Bericht: Die vier riesigen Gasometer aus dem späten 19. Jahrhundert in Wien, Österreich, wurden nach dem Verlust ihrer ursprünglichen Speicherfunktion erfolgreich in ein gemischt genutztes Viertel mit Wohnungen, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen umgewandelt. Diese zylindrischen Bauwerke mit einem Innendurchmesser von 62 Metern und einer Höhe von 72 Metern wurden zwischen 1896 und 1899 errichtet und versorgten damals hauptsächlich das öffentliche Beleuchtungsnetz der Stadt. Ihre Außenfassade aus Backstein und Glaskuppeln tarnte ihr industrielles Erscheinungsbild.

Wiener Gasometer

Mitte der 1980er Jahre wurden die Gasometer nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Die Stadt Wien entschied sich, sie weder abzureißen noch in ein Museum umzuwandeln, sondern beauftragte den Architekten Manfred Wehdorn mit einer Machbarkeitsstudie. Letztendlich wurde beschlossen, sie in ein Viertel mit Geschäften und Wohnungen umzubauen. Das Umbauprojekt wurde im Rahmen eines Wettbewerbs an die Architekten Wilhelm Holzbauer, Jean Nouvel, die lokale Genossenschaft Coop-Himmelb(l)au und Wehdorn selbst vergeben.

Wiener Gasometer

Bei den vier Gasometern behielt der von Nouvel verantwortete Teil die ursprüngliche Außenfassade als Zeitzeugen bei. Das Projekt sah ursprünglich 18 Segmente vor, letztendlich wurden neun paarweise angeordnete Segmente gebaut, um Ressourcen zu optimieren. Diese Segmente beherbergen Wohnungen auf 14 Etagen. Das innere Viertel ist leicht von der ursprünglichen Backsteinmauer getrennt, um Platz für die vertikale Erschließung zu schaffen und die Verbindung zwischen Alt und Neu zu bewahren. Der Schriftsteller Pedro Torrijos lobte, dass dieser Umbau beweise, dass „diese vergessenen Industriedenkmäler zu Orten des Lebens, Lernens und der Begegnung werden können. Die Vergangenheit muss nicht immer ein Museum sein, sie kann auch eine nützliche Struktur sein.“

Wiener Gasometer

Die von Rudiger Lainer entworfene U-Bahn-Station und das Einkaufszentrum (mit einem Kino und einem Konzertsaal) verbinden die einzelnen Gasometer und fördern ihre Integration in die Umgebung. In den kommenden Jahren werden weitere Wohnungen, eine Schule, ein Kindergarten und andere Einrichtungen den Wohncharakter des Viertels weiter festigen.

Wiener Gasometer

Nach dem Umbau dient die ursprüngliche Backsteinmauer als Hauptfassade, und jedes Segment öffnet sich durch historische Fenster zur Backsteinmauer hin. Die seitliche Glasverkleidung erhöht die Reflexion und verstärkt die Gesamthelligkeit. 200 Wohnungen verteilen sich auf schlanke Türme, die rhythmisch entlang der runden Fassade angeordnet sind. Zwischen ihnen bleiben schmale Durchgänge, aus denen stets ein Blick auf die umlaufende Keramikwand fällt. Nouvel hatte geplant, die bestehende Struktur bis zur oberen Kuppel als Stütze für eine bioklimatische Anlage zu nutzen; diese Idee wurde nicht verwirklicht, aber der Metallrahmen, der den Himmel von innen einrahmt, ist zu einem der markantesten dekorativen Elemente des Ortes geworden.

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