Uganda-Tansania: 5,6-Milliarden-Dollar-Ölpipeline soll 2026 fertiggestellt werden
2026-07-04 09:43
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de.wedoany.com-Bericht: Der tansanische Energieminister Deogratius Ndejembi wies bei einer Inspektion der Baustelle der East African Crude Oil Pipeline Ende Juni die Tanzania Electric Supply Co. Ltd. an, sicherzustellen, dass die Stromleitungen bis zu diesem Großprojekt verlängert werden. Die 1.443 Kilometer lange Pipeline dient dem Transport von Rohöl von Hoima in Uganda zum indischen Ozean-Exportterminal in Tanga, Tansania.

Ndejembi erklärte, der Stromanschluss sei eine der letzten Herausforderungen für die 5,6 Milliarden Dollar teure Ölpipeline, die zur größten elektrisch beheizten Pipeline der Welt werden soll. Die endgültigen mechanischen Arbeiten und Drucktests sind für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, die ersten Rohöllieferungen sollen im Januar zum Exportterminal in Chongoleani erfolgen.

Die gesamte 24-Zoll-Pipeline muss durch ein spezielles elektrisches Begleitheizsystem konstant auf einer Temperatur von 122°F (ca. 50°C) gehalten werden, um den Fluss des hochviskosen ugandischen Rohöls zu gewährleisten. Die Pipeline ist für eine tägliche Förderkapazität von 230.000 Barrel ausgelegt und soll größtenteils mit Solarenergie betrieben werden.

Ernest Rubondo, Geschäftsführer der Uganda Petroleum Authority, bezeichnete die Pipeline als „Rückgrat der ugandischen Rohölexporte und entscheidenden Treiber der wirtschaftlichen Transformation". Im Jahr 2006 wurden in zwei Ölfeldern nahe dem Albertsee im Westen Ugandas und unter dessen Seebett Ölreserven von rund 6,5 Milliarden Barrel entdeckt. Parallel zur Pipeline entsteht auch die Infrastruktur für die Erschließung der Ölfelder Tilenga und Kingfisher.

Das Projekt wird vom französischen Unternehmen TotalEnergies mit einem Anteil von 62 % geleitet. Die Uganda National Oil Co. und die Tanzania Petroleum Development Corp. halten jeweils 15 %, die China National Offshore Oil Corp. 8 %. Die Verträge für Engineering, Beschaffung und Bau wurden 2022 an ein Joint Venture aus der australischen Worley Ltd. und der China Petroleum Pipeline Engineering vergeben. Die Projektentwicklung schuf rund 10.000 Arbeitsplätze.

Die Pipeline wird Feuchtgebiete, Flüsse und zahlreiche geschützte Ökosysteme wie den Murchison-Falls-Nationalpark durchqueren, der als wichtiges Refugium für afrikanische Wildtiere gilt.

Obwohl der ursprüngliche Plan für die Pipeline-Entwicklung vorsah, dass 60 % der Finanzierung aus Bankdarlehen und 40 % von den Aktionären stammen, stellten die Aktionäre laut Gegnern und Medienberichten tatsächlich 90 % der Mittel bereit, da Dutzende Geschäftsbanken eine direkte Finanzierung des Projekts aufgrund von Umwelt-, Sozial- und Klimarisiken ablehnten. Internationale Umweltorganisationen und Klimawissenschaftler bezeichnen die Pipeline als „Kohlenstoffbombe", die während ihrer Lebensdauer über 379 Millionen Tonnen CO₂ freisetzen würde. Am 25. Juni zitierte das unabhängige, gemeinnützige Publikationsorgan Yale Environment 360 der Yale University School of the Environment Meinungen von Energieingenieuren, die auf zahlreiche Umweltauswirkungen hinwiesen, während TotalEnergies das Projekt verteidigte. Mehrere Klagen gegen das Projekt und TotalEnergies wurden aus technischen Gründen abgewiesen, es könnten jedoch weitere rechtliche Herausforderungen folgen, unter anderem in London, dem Sitz der EACOP Ltd.

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