de.wedoany.com-Bericht: Das Neubauprojekt im Lübecker Stadtteil St. Gertrud, etwa 2,5 Kilometer östlich des historischen Zentrums, schreitet voran. Geplant ist der Bau moderner Wohnungen für bis zu 1.000 Einwohner. Die Hansestadt Lübeck betrachtet dieses Projekt als eines ihrer Vorzeige-Wohnbauvorhaben, das dringend benötigten Wohnraum mit einem nachhaltigen Energieversorgungskonzept verbindet.
Das ehemalige Kleingartengelände „Lauerhof" wird zu einem energieeffizienten Wohnquartier mit Mehrfamilienhäusern, Reihen- und Doppelhäusern umgestaltet, die alle mit einem nachhaltigen Heizsystem versorgt werden. Das Entwicklungsgebiet Schlutuper Strasse/Lauerhofer Feld umfasst rund 11,5 Hektar und bietet etwa 53.700 Quadratmeter ausgewogene Wohnnutzung, darunter 89 Reihen- und Doppelhäuser sowie 14 Mehrfamilienhäuser. Das Projekt umfasst zudem den Bau eines Parkhauses mit rund 3.600 Quadratmetern, etwa 41.000 Quadratmeter Grün- und Gemeinschaftsflächen sowie über 21.200 Quadratmeter Straßen-infrastruktur.
Das herausragende Merkmal des Projekts ist sein innovatives Energiekonzept, zu dem die Bauer Umwelt, ein Geschäftsbereich der Bauer Resources GmbH, im Auftrag der Stadtwerke Lübeck Innovation GmbH beigetragen hat. Die Wärmeversorgung basiert auf einem Niedertemperatur-Fernwärmenetz in Kombination mit Erdwärmesonden und dezentralen Wärmepumpen. Konkret wird Geothermie über Erdwärmesonden aus dem Untergrund gewonnen, in das Niedertemperatur-Fernwärmenetz eingespeist und im gesamten Quartier verteilt. Über 130 Erdwärmesonden sind über ein wassergefülltes Rohrnetz miteinander verbunden und versorgen letztlich das Wohngebiet mit Wärme. Dezentrale Wärmepumpen in den Gebäuden heben diese Energie dann auf ein höheres Temperaturniveau, um die einzelnen Wohneinheiten zu beheizen.

„Einerseits nutzt das Niedertemperatur-Fernwärmenetz die natürlich verfügbare Geothermie als primäre Energiequelle", erklärt Marcel Moesslang, Senior Site Manager bei Bauer Resources. „Andererseits ermöglicht das System, im Sommer Wärme zurück in den Untergrund zu leiten, was eine saisonale Wärmespeicherung ermöglicht und zur Kühlung der Gebäude beiträgt." Insgesamt maximiert das geplante System die Nutzungseffizienz erneuerbarer Energien und realisiert eine äußerst nachhaltige, kohlenstoffarme Energieversorgung für das Quartier.
Die erste von drei Bauphasen, die von Bauer durchgeführt werden, begann im November 2024, wobei die anfänglichen Arbeiten auf Bohrarbeiten fokussiert waren. Jede Erdwärmesonde ist 170 Meter tief und damit die tiefste, die die Bauer Umwelt, ein Geschäftsbereich der Bauer Resources GmbH, je gebohrt hat. Insgesamt wurden 135 Erdwärmesonden installiert, mit einer kumulierten Bohrlänge von 23.552 Metern. Zum Einsatz kam ein Bohrgerät vom Typ Klemm KR 806-3GW, mit dem in Feinsandschichten ohne Verrohrung gebohrt wurde. Nach Fertigstellung der Erdwärmesonden begannen die Erdarbeiten und Anschlussarbeiten, einschließlich der Installation von 11 Verteilerkammern. Zwei Temperaturüberwachungsstationen werden die Temperaturveränderungen im Untergrund des gesamten Gebiets kontinuierlich verfolgen. In der letzten Bauphase im Herbst 2025 wurde den Erdwärmesonden ein Wasser-Glykol-Gemisch zugegeben. Insgesamt hat das Baustellenteam im Auftrag der Stadtwerke Lübeck Innovation nicht nur 1.455 Tonnen Bohrklein und 700 Tonnen Boden abgetragen und entsorgt, sondern auch 750 Tonnen Sand geliefert und eingebaut – Zahlen, die selbst für die Fachleute von Bauer Resources einen außergewöhnlich großen Arbeitsumfang darstellen.










