de.wedoany.com-Bericht: Die Deutsche Bahn (DB) hat bekannt gegeben, dass die Baukosten des Schienenprojekts Stuttgart 21 auf 14,5 Milliarden Euro gestiegen sind. Das Projekt wird in fünf Phasen in Betrieb genommen, die sich von Dezember 2027 bis Dezember 2033 erstrecken, und ersetzt damit den bisherigen Zeitplan, der von einer Eröffnung im Jahr 2026 ausging.
Eine interne Prüfung ergab Mängel in den Bereichen Prozesse, Kontrolle, Koordination und Risikomanagement des Projekts. Die Prüfung kam zu dem Schluss, dass der ursprünglich geplante Inbetriebnahmetermin Ende 2026 in der Realität nicht umsetzbar ist.
DB-Vorstand Evelyn Palla erklärte, die Ergebnisse der internen Prüfung hätten sie erschüttert, und wies darauf hin, dass diese nicht nur sie, sondern auch die Öffentlichkeit, insbesondere die Bürger Stuttgarts und die täglich für die Fahrgäste tätigen Eisenbahner, tief beunruhigten.
Die erste Phase des Projekts startet im Dezember 2027. Dann wird über das historische Bonatz-Gebäude und das künftige Bahnhofsdach ein kürzerer Fußweg ermöglicht. Die Geschäfte und Fahrgasteinrichtungen in diesem Gebäude sollen voraussichtlich 2028 eröffnet werden.
Der neue Fernbahnhof am Flughafen Stuttgart soll im Dezember 2030 in Betrieb gehen und zunächst von Regionalzügen nach Reutlingen, Tübingen und Ulm bedient werden.
Der neue unterirdische Stuttgarter Hauptbahnhof soll im Dezember 2031 in Betrieb genommen werden. Dann werden Fernzüge und die meisten Regionalverkehre diesen Durchgangsbahnhof nutzen, während Züge aus Richtung Bad Cannstatt bis Mitte 2032 weiterhin den bestehenden Kopfbahnhof anfahren.
Die ausgebaute und digitalisierte S-Bahn-Stammstrecke (einschließlich des neuen Haltepunkts Mittnachtstraße/Rosenstein) soll voraussichtlich im Juli 2032 eröffnet werden. Die letzte Phase wird im Dezember 2033 abgeschlossen, wenn der Pfaffensteig-Tunnel in Betrieb genommen wird, der die Gäubahn über den Flughafen mit dem Projekt Stuttgart 21 verbindet.
Die DB führt die Kostensteigerung von rund drei Milliarden Euro auf die verbleibenden Inbetriebnahmearbeiten, das komplexere digitale Signalsystem, eine unzureichende Planungsreife und die Notwendigkeit zurück, Teile der Stromversorgung neu zu gestalten.
Palla erklärte, sie bedauere zutiefst, dass die Erwartungen an eine frühere Eröffnung nicht erfüllt werden konnten, und sagte, das neue Management habe einen Plan entwickelt, der nicht mehr auf unrealistischen Annahmen beruhe.
Die DB reorganisiert gleichzeitig die Projektorganisation. Die Verantwortung für die Inbetriebnahme wird bei der DB Projekt Stuttgart-Ulm gebündelt, und das Risikomanagement, die Eskalationsverfahren sowie die Koordination mit der DB InfraGO und den Projektpartnern werden überarbeitet.









