de.wedoany.com-Bericht: Vikas Gupta, ein leitender Angestellter von C-sec Technologies, teilte EPR während der ELAsia 2026 mit, dass das Unternehmen an der Entwicklung einer Mittelspannungsschaltanlage arbeite, die werkseitig hergestellte Trockenluft anstelle von Schwefelhexafluorid (SF6) verwendet. Gleichzeitig werde eine Fabrik für Vakuum-Leistungsschalter gebaut, um die Kernkomponenten selbst herzustellen.
Gupta erklärte, dass die indische Verteilungsbranche durch staatliche Initiativen wie die Reform des Übertragungs- und Verteilungssystems (RDSS), die Smart-City-Mission, die Integration erneuerbarer Energien und die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge einen enormen Aufschwung erlebe. Im Vergleich zur Stromerzeugung sei die Verteilung jahrzehntelang unterinvestiert gewesen, doch nun fließe reichlich Kapital. In Städten der zweiten und dritten Reihe würden Stromleitungen, ähnlich wie in Ballungsräumen, unter die Erde verlegt, was eine enorme Nachfrage nach Mittelspannungsschaltanlagen und Ringkabelschränken antreibe.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, habe C-sec Technologies bereits Tausende von intelligenten Ringkabelschränken mit integrierter SCADA-Technologie an große Versorgungsunternehmen wie die Bangalore Electricity Supply Company (BESCOM) und Chennai geliefert. Angesichts der Umweltprobleme von SF6, einem starken Treibhausgas, entwickle das Unternehmen aktiv „F-gas-freie" Lösungen. Das eigene Forschungsteam arbeite an einer umweltfreundlichen Schaltanlage, die werkseitig hergestellte Trockenluft anstelle von SF6 verwendet. Dieses Gerät durchlaufe derzeit Typprüfungen und Validierungen und solle voraussichtlich Ende nächsten Jahres kommerziell verfügbar sein. Um Marktanteile zu gewinnen und die Lieferkette zu sichern, baue C-sec zudem eine große Fabrik zur Herstellung von Vakuum-Leistungsschaltern. Vakuum-Leistungsschalter sind Kernkomponenten von Mittelspannungsschaltanlagen. Durch die Eigenproduktion anstelle der Abhängigkeit von externen Lieferanten wolle das Unternehmen Engpässe in der Lieferkette beseitigen, Skaleneffekte erzielen und die Selbstversorgung sicherstellen.
In Bezug auf Markt und Betrieb arbeite C-sec derzeit mit über 35 staatlichen Stromverteilungsunternehmen zusammen und erschließe durch strategische Ressourcenallokation unerschlossene Märkte, um mehr staatliche Ausschreibungen zu gewinnen. Da 99 % der Käufer von Ringkabelschränken Versorgungsunternehmen oder deren Auftragnehmer seien, sei das Wachstum tief im B2G-Ökosystem (Business-to-Government) verwurzelt. Das Unternehmen sehe große Chancen im Bereich der Netzeinspeisung erneuerbarer Energien und im aufstrebenden Sektor der Elektrofahrzeuge. Die Regierung plane, an jeder Tankstelle die Installation von 3 bis 4 Ladepunkten vorzuschreiben, was umfangreiche Modernisierungen der Verteilungsnetze erforderlich mache. Die Aufrüstung einer Tankstelle von einer 50-kW-Last auf die Kapazität für mehrere 70-kW-Ladegeräte erfordere größere Transformatoren und leistungsstärkere Abgänge, wobei Mittelspannungsschaltanlagen für solche Infrastrukturmodernisierungen entscheidend seien.
In der Lieferkiene wies Gupta auf ernsthafte Herausforderungen durch geopolitische Probleme hin. Das Unternehmen importiere bestimmte Komponenten aus Europa, die zuvor über die Route des Roten Meeres transportiert wurden und 15 bis 25 Tage benötigten, um den Jawaharlal Nehru Port in Mumbai zu erreichen. Aufgrund der anhaltenden Konflikte im Roten Meer und in der Straße von Hormus müssten Schiffe nun das Kap der Guten Hoffnung umfahren, was die Transportzeit auf 45 Tage verlängere. Das Unternehmen sei gezwungen, die Lagerbestände dieser kritischen Komponenten zu erhöhen, um dem entgegenzuwirken. Auch die Bewältigung plötzlicher Unterbrechungen sei eine Herausforderung: Für die Herstellung der Schaltanlagen sei nach der Pulverbeschichtung ein Backprozess erforderlich, bei dem die Öfen ursprünglich mit LPG betrieben wurden. Als die Regierung plötzlich eine Obergrenze von 50 % für die LPG-Versorgung einführte, habe sein Team über Nacht einen CNG-Anschluss organisiert und mit dem Ofenhersteller die notwendigen Geräteanpassungen vorgenommen.
Als Hersteller von Schaltanlagen vor Ort ist Gupta der Ansicht, dass Indien in diesem Bereich mehr einheimische Unternehmen benötigt, da dieser Sektor derzeit von ausländischen Firmen dominiert werde. Mit dem schnellen Wachstum der Nachfrage nach Mittelspannungsschaltanlagen sollten mehr lokale Hersteller in diesen Bereich einsteigen.










