de.wedoany.com-Bericht: Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hat eine Finanzierung in Höhe von 63,44 Millionen US-Dollar genehmigt, um ein 250 MW/500 MWh Batteriespeicherprojekt am Umspannwerk Takeo im Süden Kambodschas zu unterstützen. Die multilaterale Entwicklungsfinanzierungsinstitution gab das Finanzierungspaket am 24. Juni bekannt.

Das Finanzierungspaket setzt sich wie folgt zusammen: 40 Millionen US-Dollar als Vorzugsdarlehen, 5 Millionen US-Dollar als Zuschuss aus dem Asiatischen Entwicklungsfonds sowie 18,44 Millionen US-Dollar als Kofinanzierung des Global Green Climate Fund (GCF) und der britischen Regierung über den ASEAN Catalytic Green Finance Mechanism (ACGF). Der ACGF ist eine 2019 vom ASEAN Infrastructure Fund ins Leben gerufene Initiative zur Beschleunigung grüner Infrastrukturinvestitionen in der Region.
Laut Daten von Bloomberg New Energy Finance betrugen die durchschnittlichen Kosten für ein schlüsselfertiges Batteriespeichersystem mit einer Entladedauer von zwei Stunden im Jahr 2025 weltweit 124 USD/kWh. Schätzungen zufolge könnte diese Finanzierung den Großteil der Projektkosten decken, obwohl die Kapitalaufwandsanforderungen regional variieren.
Die Asiatische Entwicklungsbank und das staatliche kambodschanische Energieversorgungsunternehmen EDC haben am 22. Juni eine Ausschreibung für die Planung und den Bau des Projekts veröffentlicht. Das Projekt wird mit netzbildenden (GFM) Wechselrichtern ausgestattet und dient hauptsächlich Industriegebieten, landwirtschaftlichen Verarbeitungsanlagen und städtischen Gebieten. Es soll die Integration von Strom aus fluktuierenden erneuerbaren Energien (VRE) ins Netz unterstützen und gleichzeitig den grenzüberschreitenden Stromhandel mit Vietnam im Rahmen der ASEAN Power Grid Initiative fördern. Die netzbildende Technologie ermöglicht es dem Speichersystem zudem, an der Frequenzregelung und Netzstabilisierung teilzunehmen – Funktionen, die traditionell von fossilen oder Wasserkraftwerken bereitgestellt werden.
Das erste netzbildende Batteriespeicherprojekt Kambodschas wurde bereits im März dieses Jahres in der westlichen Provinz Pursat mit einer Kapazität von 500 MW/1000 MWh in Betrieb genommen und gemeinsam mit einer großen Solaranlage errichtet.
Diese Ausschreibung folgt dem ADB-Verfahren „Einphasig: Ein Umschlag", bei dem technische und preisliche Angebote in einem versiegelten Umschlag zusammengefasst und öffentlich geöffnet werden. Die Angebotsfrist endet am 20. August 2026 um 10:00 Uhr. Das beauftragte Projekt muss innerhalb von 12 Monaten nach Vertragsunterzeichnung abgeschlossen sein. Zu den Teilnahmevoraussetzungen gehören: In den letzten drei Jahren als Auftragnehmer, Joint-Venture-Partner, Lieferant oder Subunternehmer mindestens 75 % des Gesamtwerts eines früheren BESS-Vertrags übernommen zu haben; oder in den letzten fünf Jahren als Hauptauftragnehmer, Joint-Venture-Mitglied oder Lieferant ein netzgebundenes oder Mikronetz-Batteriespeicherprojekt mit mehr als 2 GWh abgeschlossen oder durchgeführt zu haben; oder in den letzten fünf Jahren als Auftragnehmer, Konsortialmitglied, Lieferant oder Subunternehmer zwei oder mehr Batteriespeicherprojekte erfolgreich abgeschlossen zu haben, jedes mit einem Vertragsvolumen von mindestens 100 MWh und Frequenzregelungsfunktion, das mindestens ein Jahr stabil in Betrieb war, mit einem kumulierten Vertragswert von über 13 Millionen US-Dollar. Finanzielle Anforderungen: Ein durchschnittlicher Jahresumsatz von mindestens 83 Millionen US-Dollar in den letzten fünf Jahren und eine aktuelle finanzielle Leistungsfähigkeit zur Vertragserfüllung von mindestens 13,7 Millionen US-Dollar.
Die Asiatische Entwicklungsbank erklärte, dass das Projekt die Abhängigkeit des kambodschanischen Energiesektors von teuren, umweltschädlichen importierten fossilen Brennstoffen verringern und die Nutzung erneuerbarer Energien fördern werde. Gemäß dem kambodschanischen Stromentwicklungs-Masterplan 2022-2040 strebt das Land an, bis 2030 70 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Dank reichhaltiger Wasserkraftressourcen stammen bereits 63 % des aktuellen Strommixes aus erneuerbaren Energien. Laut lokalen Medienberichten erklärte der kambodschanische Minister für Bergbau und Energie, Keo Rottanak, im März dieses Jahres, dass das Land dieses Ziel stetig verfolge, was das ASEAN-Gesamtziel von 35 % bis 2030 bei weitem übertreffe, jedoch weiterhin dem Risiko von Preisschwankungen bei importierten fossilen Brennstoffen ausgesetzt sei.
Yasmin Siddiqi, ADB-Landesdirektorin für Kambodscha, erklärte, dass das Projekt im Kontext der globalen Energiekrise das Engagement Kambodschas für die Energiewende weiter stärke. Die Stärkung des Netzbetriebs durch Batteriespeichersysteme helfe, das Potenzial erneuerbarer Energien weiter auszuschöpfen und gleichzeitig Haushalten, Bauernhöfen und Unternehmen eine sichere, stabile und erschwingliche Stromversorgung zu gewährleisten.
Weitere Details zu diesem Projekt wurden in der im Dezember 2025 veröffentlichten vorläufigen Umweltprüfung und dem im Januar 2026 veröffentlichten Bericht zur sozialen Sicherheitsdue Diligence offengelegt.






