de.wedoany.com-Bericht: Das Keetwonen-Projekt in Amsterdam, Niederlande, ist der weltweit größte Wohnkomplex aus umgebauten Containern. Es nutzt maßgefertigte Schiffscontainer, um eine dauerhafte Gemeinschaft zu schaffen, keinen temporären Raum. Die von der Baufirma Tempohousing geleitete Siedlung lieferte innerhalb weniger Monate über tausend Wohneinheiten aus.
Ursprünglich als Notlösung für den Mangel an Studentenwohnungen konzipiert, ermöglichte der Umbau von Schiffscontainern eine großflächige Wohnbebauung in kurzer Zeit. Die Container wurden individuell angepasst, mit Isolierung und Ausstattung nach europäischen Wohnstandards versehen und zu Blöcken in der Nähe des Bijlmer-Gefängnisses im Osten der Stadt gestapelt.
Die gesamte Siedlung erstreckt sich über sechs Blöcke mit maximal fünf Stockwerken. Die Anordnung bildet geschlossene Innenhöfe, die als Fahrradabstellplätze und Nachbarschaftstreffpunkte dienen. Jede Wohnung ist etwa 30 Quadratmeter groß und verfügt über ein eigenes Bad, eine Küche, einen Lernbereich, getrennt vom Schlafzimmer. Große Fenster sorgen für Tageslicht und vermeiden ein beengtes Gefühl.
Die Dächer sind so gestaltet, dass sie Regenwasser sammeln und eine zusätzliche Isolierschicht für die oberen Wohnungen bieten. Auf Straßenniveau gibt es in der Siedlung ein Café, einen Supermarkt, eine Wäscherei, Büros und sogar einen Sportplatz, sodass die Bewohner ihren täglichen Bedarf decken können, ohne den Komplex verlassen zu müssen.
Keetwonen wurde ursprünglich als temporäre Maßnahme betrachtet, mit der Zusage, das Gelände nach einigen Jahren für die endgültige Stadtentwicklung freizugeben. Doch es war bei den Studenten ein großer Erfolg, die die Unterkünfte geräumiger, heller und günstiger fanden als die meisten traditionellen Wohnungen in der Stadt. Daher verwandelten aufeinanderfolgende Verlängerungen das Provisorium in eine strukturelle Einrichtung.
Heute ist Keetwonen eines der beliebtesten Studentenwohnheime Amsterdams, mit monatlichen Mieten weit unter dem Marktdurchschnitt, und hat in weiten Teilen Europas ähnliche modulare Containerwohnprojekte inspiriert. Das Projekt beweist, dass modulare Bauten auch dauerhafte Gebäude sein können, ohne die Lebensqualität der Bewohner zu beeinträchtigen.











