de.wedoany.com-Bericht: Der kroatische Personenverkehrsbetreiber HŽ Putnički prijevoz (HŽPP) hat einen Vertrag über die Beschaffung von sechs batteriebetriebenen Triebzügen (BEMU) von Končar unterzeichnet und wird am Bahnhof Kotoriba die erste hybride Ladestation des Landes errichten.

Der Vertrag im Wert von 53,6 Millionen Euro wurde am 16. Juli zwischen Končar – Electric Vehicles und HŽPP unterzeichnet, nachdem die Ausschreibung im Mai 2026 gestartet worden war. Gleichzeitig wurde eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet, die vollständig vom Modernisierungsfonds der EU unterstützt wird, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren und den nachhaltigen Schienenverkehr voranzutreiben.
Die Finanzierungsvereinbarung wurde im Beisein des kroatischen Premierministers Andrej Plenković von Oleg Butković, Minister für Meer, Verkehr und Infrastruktur, Marija Vučković, Ministerin für Umweltschutz und grüne Transformation, Luka Balen, Direktor des Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz, und Željko Ukić, CEO von HŽPP, unterzeichnet.

Plenković erklärte, die Beschaffung der batteriebetriebenen Triebzüge von Končar sei ein Beispiel für die Nutzung der Ressourcen des Modernisierungsfonds, bei dem die Einnahmen aus dem Emissionshandelssystem in Projekte investiert werden, die die Treibhausgasemissionen reduzieren, die Energieeffizienz steigern und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die Investition von 53,6 Millionen Euro in sechs batteriebetriebene Züge und die Ladestation in Kotoriba zeige diesen Ansatz deutlich.
Die neuen batteriebetriebenen Triebzüge sollen 2028 und Anfang 2029 in Betrieb genommen werden und hauptsächlich in Nordkroatien zum Einsatz kommen. Im Rahmen des Projekts wird am Bahnhof Kotoriba die erste hybride Ladestation Kroatiens mit einer Photovoltaikanlage und einem Energiespeichersystem errichtet. Auf nicht elektrifizierten Strecken fahren die Züge mit Batterieantrieb bei einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h; auf elektrifizierten Strecken beziehen sie den Strom aus der Oberleitung und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die Batterien werden über die Oberleitung und spezielle Ladestationen aufgeladen. Jeder Zug bietet 150 Sitzplätze, mehrere Züge können zur Kapazitätserhöhung gekuppelt werden, sind vollständig für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität zugänglich und verfügen über kostenloses WLAN, Steckdosen für elektronische Geräte und ein modernes Fahrgastinformationssystem.

Verkehrsminister Butković erklärte, dass in Kroatien bereits 70 neue Niederflurzüge im Einsatz seien und mit diesem Vertrag 25 weitere neue Züge bestellt würden, während gleichzeitig über 1,5 Milliarden Euro in die Modernisierung und Entwicklung der Schieneninfrastruktur investiert würden. Das vollständig aus dem Modernisierungsfonds finanzierte Projekt sei eine der bedeutendsten Investitionen Kroatiens zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Die Ministerin für Umweltschutz und grüne Transformation gab an, dass der bevorstehende soziale Klimaplan auch Mittel für weitere 30 neue Züge und drei weitere Ladestationen vorsehe. HŽPP-CEO Ukić sagte bei der Vertragsunterzeichnung, dass die batteriebetriebenen Triebzüge, die sowohl auf elektrifizierten als auch auf nicht elektrifizierten Strecken verkehren könnten, den Fahrgästen Umsteigen ersparen und gleichzeitig ein höheres Maß an Komfort und Servicequalität bieten würden. Das Projekt stelle einen wichtigen Schritt hin zu einer modernen, zuverlässigen, barrierefreien und umweltfreundlichen Eisenbahn dar.










