de.wedoany.com-Bericht: Intel Corp. erweitert seine kommerzielle Halbleitertechnologie in den Weltraum. Das Unternehmen veröffentlichte im Juli ein Datenblatt zu seinem neuen Prozessor namens „Starfire“, der den wachsenden Bedarf an künstlicher Intelligenz und Datenverarbeitung im Orbit decken soll. Der noch in der Testphase befindliche Chip ist für Hochleistungsberechnungen unter den rauen Bedingungen des Weltraums wie Strahlung und extremen Temperaturschwankungen ausgelegt.

Sean O’Neill, stellvertretender Direktor für Produktentwicklung bei Intel Government Technologies, gab bekannt, dass der Prozessor voraussichtlich noch vor Jahresende erstmals an Kunden ausgeliefert wird. Das Projekt wird intern von Intel finanziert und spiegelt die Überzeugung des Unternehmens wider, dass Weltraum-Computing einen lohnenswerten Wachstumsmarkt darstellt. O’Neill erklärte, dass die Einstufung des Weltraums durch die US-Regierung als kritischen Bereich der nationalen Sicherheit sowie die Expansion kommerzieller Satellitenkonstellationen einen ausreichend großen Markt geschaffen haben, um den Einsatz kommerzieller Halbleitertechnologie für Orbitalanwendungen zu rechtfertigen.
Herkömmliche Weltraumelektronik verwendet aufgrund der langfristigen Exposition gegenüber Strahlung und Temperaturschwankungen oft ältere, leistungsschwächere Prozessoren. Intel gibt an, dass Starfire durch integrierte strahlungsresistente Eigenschaften auf Hardware- und Softwareebene Weltraummissionen von über zehn Jahren unterstützen kann. Der Prozessor basiert auf einer System-on-a-Chip (SoC)-Architektur, die CPU, GPU, neuronale Netzwerke und Bildverarbeitungseinheiten vereint. Dadurch werden Größe, Gewicht und Stromverbrauch reduziert, während Satelliten eine stärkere bordseitige Rechenleistung für KI-Workloads wie Bildanalyse, Objekterkennung und autonome Planung erhalten. Intel wird zwei Versionen anbieten: Ein stromsparendes Modell mit einer Leistungsaufnahme von unter 10 Watt für Raumfahrzeuge mit begrenztem Energiebudget; eine zweite leistungsstärkere Version wird mehr Energie für eine höhere Rechenleistung verbrauchen.
In der Lieferkette setzt Intel auf eine Strategie der nationalen Montage, Prüfung und Qualifikation. Der Prozessor wird in den USA integriert und weltraumtauglich getestet; einige im Ausland gefertigte Komponenten werden zur Verpackung in die USA gebracht, um das Lieferkettenrisiko für Kunden zu verringern. Diese Strategie entspricht der politischen Ausrichtung Washingtons, die industrielle Basis der US-Halbleiter zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischer Fertigung zu reduzieren. Intel erwartet, die Strahlungstests und -charakterisierung bis Ende des dritten Quartals abzuschließen, und führt derzeit Gespräche mit mehreren US-Regierungsbehörden über die Möglichkeit, Starfire in Testmissionen einzusetzen.
Auf dem Markt gibt es bereits vergleichbare Produkte von BAE Systems, Microchip Technology und AMD, die ebenfalls SoC-Architekturen für bordseitige Prozessoren nutzen. Intel plant, mit der x86-Architektur als Vorteil in den Markt einzusteigen. Diese Architektur wird bereits in zahlreichen PCs und Servern eingesetzt, und das vertraute Ökosystem an Software-Tools erleichtert Entwicklern den Aufbau oder die Migration von Raumfahrzeugsoftware. Starfire wird unter Ubuntu Linux laufen und mit unterstützenden Software-Tools sowie regelmäßigen Updates ausgeliefert.
O’Neill erklärte, dass Intel ein Partner für den gesamten Integrationsprozess sein möchte, nicht nur ein Komponentenlieferant. Das Unternehmen habe bereits Kooperationsvereinbarungen mit mehreren Regierungsorganisationen und Vertriebspartnern geschlossen und werde in Kürze weitere Details bekannt geben.










