Niederländische ACN drängt IATA auf E-Commerce-Code, warnt vor Überlastung des Flughafens Schiphol

2026-09-13 10:00
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de.wedoany.com-Bericht: Der niederländische Luftfrachtverband Air Cargo Netherlands (ACN) erhöht den Druck auf die International Air Transport Association (IATA), einen Code für die Abfertigung von E-Commerce-Fracht schneller einzuführen, und warnt, dass die explodierenden Paketmengen die Frachtabfertigung am Flughafen Amsterdam Schiphol an ihre Grenzen bringen und den regulären Luftfrachtbetrieb stören.

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Gegenüber The Loadstar erklärte ACN, man wolle „Druck auf den Prozess ausüben", um die Ausarbeitung des IATA-Codes voranzutreiben; angesichts der Tatsache, dass die Frachtterminalbetreiber mit der operativen und administrativen Belastung durch E-Commerce überfordert sind, sei größere Dringlichkeit geboten. In einem Positionspapier heißt es, was ursprünglich ein stabiler Frachtstrom gewesen sei, habe sich zu einer Lawine von Paketen entwickelt, die die operative Kapazität an der Front an physische Grenzen bringe, das bestehende Modell belaste das Personal schwer, störe den regulären Luftfrachtbetrieb und erfordere dringend strukturelle Eingriffe.

ACN weist darauf hin, dass die mangelnde Standardisierung der am Flughafen Schiphol eintreffenden E-Commerce-Fracht die Betreiber besonders stark belastet: Während konventionelle Fracht relativ geordnet abgefertigt werden könne, bestünden E-Commerce-Sendungen aus einer Vielzahl loser, unterschiedlich großer Pakete. Diese kämen häufig in grauen Kunststoff-Versandtaschen oder Kartons an, wobei auf manchen Paletten die Kartons bereits durch darüber liegende Fracht eingedrückt seien.

Nach Angaben von ACN fehlt es den Kartons oft an Gewichtsangaben, und eine geordnete Stapelung sei nicht möglich, was das Zählen der Stücke auf einer Palette äußerst schwierig mache; zudem seien diese kleinen, stark variierenden Pakete mit den bestehenden Automatisierungssystemen, die für große, containerisierte Fracht ausgelegt sind, nicht kompatibel. Unklare oder handgeschriebene Etiketten verursachten ebenfalls administrative Probleme, und die Mitarbeiter hätten „wirklich Angst" vor der körperlichen Belastung durch die E-Commerce-Ströme.

Die Sorgen von ACN beschränken sich nicht auf die E-Commerce-Fracht selbst. Der Verband warnt, dass diese Mengen, während die Betreiber Pakete zählen, abfertigen und für die Abholung durch Lkw bereitstellen, Engpässe für andere Fracht verursachen; Fehler im Prozess führten zu umfangreichen Nacharbeiten und Verzögerungen, setzten die traditionelle „geordnete" Luftfracht unter enormen Druck, und sowohl die physischen als auch die administrativen Abläufe seien überlastet.

ACN vertritt die Auffassung, dass viele Probleme gelöst werden müssten, bevor die Fracht am Zielflughafen eintrifft, und dass die kleine Gruppe von Unternehmen, die den Großteil der niederländischen E-Commerce-Importe abwickelt, strengere Anforderungen an Verpackung, Kennzeichnung und Containerisierung stellen sollte: „Dieser Trend muss umgekehrt werden, bevor die Lieferkette vollständig zum Erliegen kommt." Entscheidend sei es, die Komplexität an der Quelle zu reduzieren und die sogenannten „manuellen Berührungen" am Flughafen so weit wie möglich zu minimieren.

Der Verband nennt außerdem ein besonders drängendes Problem: Sendungen desselben Empfängers werden auf verschiedene Paletten oder Unit Load Devices (ULDs) verteilt und müssen nach der Ankunft am Flughafen Schiphol abgebaut und neu aufgebaut werden; am Abgangsort sollten die Sendungen desselben Empfängers so weit wie möglich in derselben Ladeeinheit zusammengefasst werden. ACN wünscht zudem, dass Fluggesellschaften und der Flughafen Schiphol erwägen, gegenüber Unternehmen, die Fracht nicht als vollständige Einheiten liefern, zusätzliche Auflagen zu erlassen.

Zu den von ACN vorgeschlagenen Lösungen gehört als Kernpunkt die Einführung einer speziellen IATA-Kennzeichnung für E-Commerce-Fracht. Der Verband ist der Ansicht, dass ein spezieller Code der Branche ein klareres Bild davon vermitteln würde, welche Güter tatsächlich transportiert werden und wie groß die E-Commerce-Ströme sind. Das Thema steht bereits auf der IATA-Agenda: Im Mai erklärte die IATA, sie arbeite an einem Special Handling Code (SHC) für E-Commerce, der eine standardisierte Methode zur Identifizierung von E-Commerce-Fracht bieten und die Sichtbarkeit des Frachtflusses im Luftfrachtsystem verbessern solle. Dieser Schritt ist Teil der breiteren Standardisierungsarbeit der IATA im E-Commerce-Bereich, da die Branche derzeit daran arbeitet, Prozesse, die ursprünglich für konventionelle Luftfracht konzipiert wurden, an die schnell wachsenden Paketströme anzupassen.

ACN ist der Ansicht, dass diese Maßnahme angesichts des wachsenden Drucks der E-Commerce-Mengen auf die Abfertigung zunehmend dringlich ist: „Es ist notwendig, einen speziellen IATA-Handling-Code für E-Commerce einzuführen, damit die Branche zumindest einen allgemeinen Überblick über die tatsächlich transportierten E-Commerce-Mengen erhält." Der Verband fügte hinzu, dass eine bessere Identifizierung allein die operativen Probleme nicht lösen werde; erforderlich seien auch intelligentere Containerisierung, ein effektiverer Datenaustausch und weniger manuelle Eingriffe, um die Kontinuität und Zuverlässigkeit des Flughafenbetriebs sowie die Gesundheit und Motivation der körperlich arbeitenden Beschäftigten zu schützen.

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