Ein von der EU unterstütztes Forschungsprojekt, das die Entwicklung der Festoxid-Elektrolysezellen (SOEC)-Technologie vorantreiben soll, wurde am spanischen Nationalen Zentrum für Erneuerbare Energien (Cener) offiziell gestartet. Das Projekt mit dem Namen Desiree konzentriert sich auf den Entwurf und Bau eines 40-Kilowatt-Multi-Stack-Prototypsystems, um die Herausforderungen der SOEC-Technologie in Bezug auf Haltbarkeit, Effizienz und Zyklisierbarkeit anzugehen.
Diese vom Programm Horizont Europa kofinanzierte Initiative hat ein Budget von 4 Millionen Euro (ca. 4,6 Millionen US-Dollar) und ist bis Juni 2029 geplant. Das Projekt vereint 12 Einrichtungen aus ganz Europa, darunter den Spanischen Nationalen Forschungsrat, die Universität Saragossa und das Polytechnikum Turin, die gemeinsam an der Innovation der SOEC-Technologie arbeiten.
Das Kernziel des Prototypsystems ist die Entwicklung fortschrittlicher Materialien auf Nanoskala, um die Betriebstemperatur von SOEC-Systemen zu senken. Derzeit benötigen SOEC-Systeme typischerweise hohe Temperaturen von über 700°C. Die Anwendung neuer Materialien soll das Risiko der Komponentendegradation verringern und so die Zuverlässigkeit und Lebensdauer des Systems erhöhen. Gleichzeitig wird das Projekt auch Wege für das Recycling kritischer Rohstoffe erkunden, um eine Kreislaufwirtschaft der Ressourcen zu erreichen.
Iñigo Garbayo, Bereichsleiter für Wasserstoff in der Abteilung für Netzintegration bei Cener, wies darauf hin, dass das Desiree-Projekt die Dekarbonisierungsziele der EU „direkt unterstützt“. Obwohl die SOEC-Technologie noch in einem frühen Entwicklungsstadium ist, macht ihre Fähigkeit, industrielle Abwärme zur Effizienzsteigerung zu nutzen, sie für die Herstellung von E-Fuels besonders attraktiv.
Obwohl die SOEC-Technologie mit Engpässen wie Haltbarkeit, thermischen Zyklisierungsproblemen und begrenzter kommerzieller Erfahrung konfrontiert ist, wächst das Interesse der Industrie an ihrem Potenzial weiter. Beispielsweise wurde im Oktober 2025 ein spanisches Projekt für 57.000 Tonnen E-Methanol pro Jahr an Topsoe vergeben, um ein 55-Megawatt-SOEC-System zu entwickeln, und das Unternehmen für nachhaltige Flugkraftstoffe, Syntholene, wählte kürzlich für ein Pilotprojekt in Island einen SOEC-Elektrolyseur von Dynoelectro aus.









