Fraunhofer ISE erforscht negative Emissionstechnologien in Deutschland
2026-04-11 10:17
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de.wedoany.com-Bericht: Das Fraunhofer ISE hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, wonach negative Emissionstechnologien (NETs) im Hinblick auf das Erreichen von Klimaneutralität bis 2045 gemeinsam mit dem Energiesystem geplant werden müssen. Die in Deutschland durchgeführte Studie verwendete das vom Institut entwickelte Energiesystemmodell REMod, um vier NETs zu bewerten: Biokohle-Entfernung (BCR), Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (BECCS), Müllverbrennung mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (WACCS) sowie Direktluftabscheidung mit Speicherung (DACCS). Dabei wurden zwei Szenarien für die Verfügbarkeit von CO₂-Infrastruktur betrachtet: „schnell“ und „verzögert“.

Die Ergebnisse zeigen, dass in beiden Szenarien eine Kombination aller vier NETs eingesetzt werden muss. Bis 2045 könnten diese vier NETs zusammen 39 bis 51 Millionen Tonnen CO₂ entfernen. Der genaue Bedarf hängt von künftig schwer vermeidbaren Emissionen in Bereichen wie Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, Industrie sowie Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft ab.

Die Studie weist auch darauf hin, dass eine um fünf Jahre verzögerte Inbetriebnahme von Infrastrukturen wie CO₂-Transport und -Speicherung die Erreichung der Klimaziele erschweren würde. Selbst wenn die jährliche Wachstumsrate der NETs bei 35 % bliebe, könnten die Nettoemissionen bis 2045 nur um 97 % gegenüber 1990 reduziert werden. Die verbleibenden Emissionen müssten durch andere oder internationale CO₂-Entfernungen ausgeglichen werden, und die Anforderungen an die Dekarbonisierung und Elektrifizierung des Verbrauchssektors würden steigen.

Unter den vier Technologien ist BCR nicht auf CO₂-Transport- und -Speicherinfrastruktur angewiesen und wird daher als Option angesehen, die früher ausgebaut werden sollte. Die Studie zeigt, dass im Szenario mit schnellem Infrastrukturausbau BCR im Jahr 2045 13 % der negativen Emissionen ausmacht; im Szenario mit verzögerter Infrastruktur steigt dieser Anteil auf 37 %. Gleichzeitig werden BECCS und BCR 30 % bis 52 % der für Energiezwecke genutzten Biomasse verbrauchen und 16 % bis 27 % der klimaneutralen Fernwärme bereitstellen. Dies verdeutlicht, dass NETs in die Gesamtplanung des Energiesystems einbezogen werden müssen.

Basierend auf dieser Studie empfiehlt das Fraunhofer ISE, eine breite Kombination von NETs als strategisches Ziel zu setzen und eine integrierte Strategie für das Energiesystem, den NET-Einsatz und die nachhaltige Biomassenutzung zu entwickeln. Gleichzeitig sollten geeignete rechtliche Rahmenbedingungen für NETs, CO₂-Infrastruktur und CCS geschaffen werden. Der Projektleiter Max Keiser betonte, dass unabhängig vom Fortschritt der NETs eine starke Elektrifizierung des Verbrauchssektors und ein rascher Ausbau der erneuerbaren Energien grundlegende Voraussetzungen für die Energiewende seien. Die Studie wurde von einem Konsortium finanziert, dem Carbonfuture GmbH, der Deutschen Gesellschaft für Negative Emissionen, E.ON Energy Projects GmbH, German Biochar e.V., MVV Umwelt GmbH und SYNCRAFT GmbH angehören.

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