de.wedoany.com-Bericht: Der Rote Seeigel (Loxechinus albus), eine benthische Art mit sowohl ökologischem als auch wirtschaftlichem Wert im sublitoralen Ökosystem Südchiles, steht im Fokus der Klimawandelforschung hinsichtlich seiner zukünftigen Entwicklung. Paola Villanueva Riquelme, Bachelor of Science der Universidad Austral de Chile (UACh), hat kürzlich ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Klimawandeltreiber und ihre Auswirkungen auf den Roten Seeigel (Loxechinus albus) an den beiden Enden seines Verbreitungsgebiets in Patagonien“ erfolgreich verteidigt und die Arbeit einstimmig angenommen.

Die Studie untersuchte auf physiologischer, molekularer und genomischer Ebene die Auswirkungen der Meereserwärmung, des abnehmenden Salzgehalts sowie der zunehmenden Häufigkeit extremer thermischer Ereignisse wie mariner Hitzewellen und Kälteeinbrüche auf juvenile Rote Seeigel. Die Ergebnisse zeigten signifikante Unterschiede zwischen den Populationen des Roten Seeigels am nördlichen und südlichsten Ende des patagonischen Verbreitungsgebiets: Individuen im Süden wiesen unter langfristigem Umweltstress eine höhere metabolische Resilienz und anhaltendere Reaktionen auf, während Individuen im Norden anfälliger waren und höhere kumulative physiologische Kosten aufwiesen. Diese Erkenntnisse tragen zum Verständnis der Vulnerabilität dieser befischten Art im Kontext des globalen Wandels bei.
Aus genomischer Sicht bestätigte die Studie eine hohe regionale Konnektivität und geringe genetische Differenzierung zwischen den Populationen, was darauf hindeutet, dass die Unterschiede hauptsächlich auf physiologische Plastizität und lokale Anpassung zurückzuführen sind, nicht auf genetische Isolation. Diese Schlussfolgerung liefert eine Grundlage für räumlich differenzierte Schutzmaßnahmen, Managementstrategien und die Identifizierung kritischer Bereiche für die frühe Entwicklung.
Die Betreuerin der Arbeit, Dr. Marcela Astorga, wies darauf hin, dass der Schlüssel dieser Studie darin liege, durch die Integration verschiedener Themen und Methoden eine grundlegende Frage zur zukünftigen Ressourcenbewirtschaftung zu beantworten, die direkt die Interessen chilenischer Fischer und Fischereigemeinschaften betrifft.
Die Prüfungskommission setzte sich aus in- und ausländischen Wissenschaftlern zusammen, darunter Professor Juan Gaitán-Espitia von der Universität Hongkong sowie Dr. Leyla Cárdenas Tavie (Institut für Umwelt- und Evolutionswissenschaften) und Dr. Carlos Molinet Flores (Institut für Aquakultur und Umwelt) von der Universidad Austral de Chile.
Diese Disputation festigte nicht nur den Forschungsbeitrag von Paola Villanueva Riquelme im Bereich der Aquakulturwissenschaften, sondern unterstreicht auch die Fähigkeit Südchiles, Wissen zur Bewältigung globaler Umweltprobleme zu generieren.
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