Indiens erster bemannter Raumflug Gaganyaan könnte sich bis 2028 verzögern
2026-06-29 11:47
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de.wedoany.com-Bericht: V. Narayanan, Vorsitzender der indischen Raumfahrtorganisation (ISRO), erklärte, dass sich der erste bemannte Raumflug des Gaganyaan-Programms möglicherweise bis 2028 verzögern könnte. Bei einer Rede in Bangalore zeigte Narayanan einen aktualisierten Zeitplan, demzufolge der erste von drei unbemannten Testflügen des Programms frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 stattfinden könnte. Gleichzeitig betonte er, dass die Organisation weiterhin anstrebe, den Start des ersten unbemannten Raumfahrzeugs bis Ende 2026 abzuschließen.

Angesichts der Abweichungen im Zeitplan erläuterte Narayanan, dass der Projektzeitplan ständig neu bewertet werde und der endgültige Startzeitpunkt vom Fortschritt der Tests und der Systembereitschaft abhänge. Er betonte, dass das Gaganyaan-Programm ein technisch äußerst komplexes Projekt sei und die Sicherheit der Besatzung die höchste Priorität habe.

Das Gaganyaan-Programm ist Indiens erstes unabhängiges bemanntes Raumfahrtprojekt. Es ist geplant, nach drei unbemannten Testflügen einen bemannten Flug durchzuführen, bei dem erstmals indische Astronauten in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden. Die indische Regierung hat das Projekt zur Fortführung auf der Grundlage des ursprünglichen Plans genehmigt.

Der ISRO-Vorsitzende gab auch Details zur Beteiligung indischer Experten an der Axiom Mission 4 bekannt. Diese Mission brachte im Juni 2025 den indischen Astronauten Shubhanshu Shukla mit einem SpaceX-Raumschiff zur Internationalen Raumstation. Narayanan erklärte, dass indische Experten nach der Entdeckung eines Lecks am 11. Juni 2025 darauf bestanden hätten, den ersten Startversuch der SpaceX-Rakete abzubrechen. Obwohl die US-Seite das Problem zunächst für geringfügig hielt, forderten ISRO-Vertreter, darunter Narayanan selbst und D. K. Singh, Leiter des indischen Zentrums für bemannte Raumfahrt, den Startabbruch. Eine anschließende Inspektion ergab einen Riss in einer Hauptleitung der Rakete. Nach der Behebung des Fehlers erfolgte der Start am 25. Juni 2025 erfolgreich.

Narayanan kommentierte die jüngsten Probleme des indischen Raumfahrtprogramms. In den Jahren 2025 und 2026 gab es zwei aufeinanderfolgende Fehlstarts der indischen Hauptträgerrakete PSLV. Er erklärte, die Unfallursachen seien ermittelt worden, und die Organisation arbeite daran, den regulären Betrieb dieser Rakete wiederherzustellen. Darüber hinaus verfüge das indische Satellitennavigationssystem NavIC derzeit nur über drei voll funktionsfähige Satelliten, was unter der erforderlichen Mindestkonstellation von vier Satelliten liege; Experten arbeiteten daran, die Funktionalität wiederherzustellen.

Zur Beteiligung der indischen Weltrauminfrastruktur an der „Operation Sindoor" machte Narayanan aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben, betonte jedoch, dass das indische Satellitensystem eine wichtige Rolle bei der Sicherung dieser Operation gespielt habe. Er hob auch die Errungenschaften Indiens im Bereich der Raketentriebwerke hervor und wies darauf hin, dass Indien nach ausländischen Technologiesanktionen eigenständig ein kryogenes Raketentriebwerk entwickelt habe. Nach seinen Angaben verbrauche das in Indien hergestellte Triebwerk mit 20 Tonnen Schub nur 45 Kilogramm Treibstoff pro Sekunde, während ein Flugzeugtriebwerk für einen ähnlichen Schub etwa 1000 Kilogramm Treibstoff pro Sekunde benötige.

Sollte sich der erste unbemannte Start des Gaganyaan-Programms auf die zweite Jahreshälfte 2027 verzögern, wäre der erste unabhängige bemannte Flug Indiens – der Indien zu einem Land mit einem bemannten Raumfahrtsystem machen würde – frühestens 2028 möglich.

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