de.wedoany.com-Bericht: Die Kohleverstromung in Indien stieg im Juni im Jahresvergleich um 14 % auf 120,2 Milliarden Kilowattstunden, da die hohe Nachfrage nach Strom durch heiße und trockene Wetterbedingungen angetrieben wurde.
Dies ist der höchste Anteil der Kohleverstromung am indischen Strommix seit November 2023. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil von Wind- und Solarenergie am indischen Strommix auf 19 %, was laut Daten des indischen Netzbetreibers einer jährlichen Wachstumsrate von 23 % entspricht. Analysten der Ratingagentur ICRA erklärten, dass die Kohleproduktion in diesem Jahr voraussichtlich weiterhin stark bleiben werde, obwohl Indien neue Wind- und Solarkapazitäten hinzufügt, um die Energiewende voranzutreiben. Grund dafür sei der Rückgang der Wasserkraftproduktion aufgrund des trockenen Wetters durch das El-Niño-Phänomen. Die Wasserkraftproduktion sank im Juni um 24,4 % im Jahresvergleich.
Die Stromerzeugung aus Erdgas verzeichnete einen noch stärkeren Rückgang von 30,1 %, was möglicherweise mit den hohen Erdgaspreisen infolge des Konflikts im Nahen Osten zusammenhängt. Auch Japan reduzierte im vergangenen Monat die Erdgasverstromung und erhöhte stattdessen die Kohleverstromung. Anfang des Jahres hatten Prognoseinstitute erklärt, dass die Kohlenachfrage in Indien im zweiten Quartal aufgrund des Spitzenbedarfs an Kühlung im Sommer um 11,5 % steigen könnte. Der Kohlebedarf der Kohlekraftwerke wird auf 233 Millionen Tonnen geschätzt, und die Stromerzeugung soll um 13,3 % zunehmen. Der Spitzenstrombedarf in Indien im Sommer wird auf 270 Gigawatt geschätzt und würde damit den bisherigen Rekord von 250 Gigawatt aus dem Mai 2024 übertreffen.
Langfristig wird erwartet, dass die Kohlenachfrage ebenfalls stark bleibt. Ein regierungsnaher Thinktank wies Anfang dieses Jahres darauf hin, dass sich die Kohlenachfrage in Indien nach der aktuellen Energiepolitik bis 2050 verdoppeln könnte – von 1,256 Milliarden Tonnen im Jahr 2025 auf 2,615 Milliarden Tonnen im Jahr 2050. Selbst im Jahr 2070 werde die Kohlenachfrage noch über dem Niveau von 2025 liegen.










