Indien nimmt Wasserstoffproduktionsanlage mit Kernenergie in Betrieb
2026-07-04 10:08
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de.wedoany.com-Bericht: In Indien wurde am Indira Gandhi Centre for Atomic Research (IGCAR) in Kalpakkam, Tamil Nadu, offiziell eine Wasserstoffproduktionsanlage in Betrieb genommen, die mit Kernenergie betrieben wird. Die Anlage nutzt die Prozesswärme des Fast Breeder Test Reactor (FBTR) und produziert Wasserstoff mittels eines von indischen Forschern entwickelten Kupfer-Chlor (Cu-Cl) thermochemischen Verfahrens. Ajit Kumar Mohanty, Sekretär und Vorsitzender der indischen Atomenergiekommission, eröffnete die Anlage.

Die neue Anlage kombiniert die vom Bhabha Atomic Research Centre (BARC) entwickelte Wasserstofftechnologie mit der Expertise des IGCAR in fortschrittlichen schnellen Reaktoren. Das indische Ministerium für Atomenergie erklärte in einer Stellungnahme, dass die erfolgreiche Integration von nuklearer Prozesswärme und Wasserstoffproduktion ein technologischer Durchbruch sei, der den Weg für die großtechnische Produktion von kohlenstofffreiem Wasserstoff mit fortschrittlichen Kernreaktoren ebne. Wasserstoff wird weithin als ein Schlüsselträger für zukünftige Energiesysteme angesehen, und eine kohlenstofffreie Produktion würde eine wichtige Rolle beim globalen Übergang zu sauberer Energie spielen.

Derzeit wird die globale industrielle Wasserstoffproduktion hauptsächlich durch die Dampfreformierung von fossilen Brennstoffen (Methan) und Elektrolyseverfahren dominiert. Daten der Internationalen Energieagentur zeigen, dass der Anteil von kohlenstoffarmem Wasserstoff an der weltweiten Produktion von 97 Millionen Tonnen im Jahr 2023 weniger als 1 % betrug; der Überprüfungsbericht zur Wasserstoffproduktion der Agentur für 2024 prognostiziert, dass die Produktion von kohlenstoffarmem Wasserstoff bis 2030 49 Millionen Tonnen pro Jahr erreichen könnte. Die thermochemische Wasserstoffproduktion beinhaltet die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff durch eine Reihe von chemischen Reaktionen bei hohen Temperaturen. Laut dem indischen Ministerium für Atomenergie gilt der Kupfer-Chlor-Thermochemie-Kreislauf aufgrund seiner niedrigeren Betriebstemperatur und höheren thermodynamischen Effizienz als eine der vielversprechendsten Methoden zur Wasserstoffproduktion. Das Ministerium erklärte, dass das Verfahren durch die Nutzung der Kernwärme von schnellen Reaktoren die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erheblich reduziert und die mit traditionellen Wasserstoffproduktionsmethoden verbundenen Treibhausgasemissionen eliminiert.

Der Fast Breeder Test Reactor ist ein natriumgekühlter Testreaktor, der 1985 am Indira Gandhi Centre for Atomic Research in Betrieb genommen wurde. Seine Leistung wurde schrittweise erhöht, erreichte 2018 32 MW (thermisch) und schließlich 2022 seine Nennkapazität von 40 MW (thermisch). Der Reaktor spielt eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung Indiens auf den geschlossenen Brennstoffkreislauf auf Thoriumbasis. Die Inbetriebnahme der Anlage markiert den Abschluss umfangreicher Forschungs-, Verfahrensentwicklungs-, Ingenieur-, Fertigungs-, Installations-, Test- und Inbetriebnahmearbeiten, die gemeinsam von BARC und IGCAR durchgeführt wurden. Das Ministerium für Atomenergie erklärte, dass die Anlage Betriebserfahrung liefern, die Optimierung des Cu-Cl-Verfahrens fördern und die Forschung zur zukünftigen kommerziellen Einführung der kernenergiegestützten Wasserstoffproduktion unterstützen werde.

Ajit Kumar Mohanty sagte bei der Einweihungszeremonie der neuen Anlage, die Integration von Kernenergie mit neuen sauberen Energietechnologien wie der Wasserstoffproduktion sei ein strategischer Weg in eine nachhaltige Energiezukunft. Kernenergie könne zuverlässigen, kohlenstofffreien Strom sowie Hochtemperatur-Prozesswärme liefern, eigne sich zur Unterstützung der großtechnischen Wasserstoffproduktion und trage zu Indiens Energiesicherheit, Dekarbonisierungszielen und langfristigen Nachhaltigkeitszielen bei. Er gratulierte den Wissenschaftlern, Ingenieuren und technischen Teams von BARC und IGCAR, die fortschrittliche wissenschaftliche Konzepte in die betriebliche Realität umgesetzt haben.

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