de.wedoany.com-Bericht: Die portugiesische Regierung plant, in den nächsten sieben Jahren bis zu 200 Millionen Euro in den Bau eines Superrechners für künstliche Intelligenz zu investieren, vorausgesetzt, die Europäische Kommission genehmigt den gemeinsamen Antrag mit Spanien. Diese staatlichen Mittel werden ausschließlich für Rechenzeit auf der Infrastruktur auf portugiesischem Hoheitsgebiet verwendet, eine Bedingung, die in der kürzlich veröffentlichten Resolution des Ministerrates festgehalten wurde.
Laut Planung soll die Investition zwischen 2027 und 2033 erfolgen, mit 5 Millionen Euro im Jahr 2027 und jährlich steigenden 32,5 Millionen Euro von 2028 bis 2033. Die Resolution stellt fest, dass dieser Betrag „dem europäischen Beitrag entsprechen wird", falls das gemeinsame Projekt Portugals und Spaniens in der bevorstehenden EU-Ausschreibung erfolgreich ist. Nicht genutzte Mittel können bis 2034 übertragen werden, was Flexibilität für den planmäßigen Fortschritt des Projekts bietet.
Die Agentur für die technologische Reform des Staates (Agência para a Reforma Tecnológica do Estado, ARTE) wurde ermächtigt, eine Absichtserklärung zur Beschaffung von Rechenzeit auf der Infrastruktur abzugeben. Das Dekret legt außerdem fest, dass die Ausgaben „in keinem Fall für andere Zwecke als die Rechenzeit auf der mit europäischen Mitteln geförderten Infrastruktur auf portugiesischem Hoheitsgebiet verwendet werden dürfen", wodurch die finanzielle Unterstützung direkt an die Beschaffung von Rechenstunden gekoppelt wird.
Portugal bereitet gemeinsam mit Spanien den Antrag vor, wobei der Hauptstandort für den Superrechner auf portugiesischer Seite Sines ist. Die Option für eine redundante Infrastruktur an einem zweiten Standort wird noch geprüft, zu den Kandidatenstädten gehören Abrantes oder Lissabon. Auf spanischer Seite ist der Hauptstandort Tarragona, mit Madrid als Redundanzstandort.
Vizepremierminister und Minister für Staatsreform Gonçalo Matias kündigte das 200-Millionen-Euro-Investitionsprogramm nach der wöchentlichen Kabinettssitzung am 25. Juni an. Er erklärte, die Investition sei Teil des gemeinsamen Antrags Portugals und Spaniens auf EU-Kofinanzierung für fünf große KI-Infrastrukturen. Matias erläuterte, das Ziel sei es, Rechenleistung für die Entwicklung von KI-Anwendungen in der öffentlichen Verwaltung bereitzustellen und gleichzeitig die Souveränität bei der Verarbeitung sensibler Daten zu stärken und die Abhängigkeit von privaten Betreibern zu verringern. Die Infrastruktur soll auch kleinen und mittleren Unternehmen sowie anderen am Projekt beteiligten Einrichtungen Rechenleistung zur Verfügung stellen, um das nationale KI-Ökosystem zu stärken.










