de.wedoany.com-Bericht: Das südkoreanische Startup Wareflu (웨어플루) hat mithilfe von Flüssigmetall-Technologie ein spezielles Fluid für die Immersionskühlung von KI-Servern entwickelt. Ziel ist es, die Kühlungsprobleme zu lösen, die durch die Leistungsdichte von über 100 kW pro Rack bei den nächsten KI-Beschleunigern entstehen.
Hinter dem Hype um generative KI, angeführt von ChatGPT, rückt die unerwartet hohe Wärmeentwicklung von KI-Servern zunehmend in den Fokus der Branche. Herkömmliche Luft- oder Wasserkühlung reicht nicht mehr aus. Die sogenannte „Immersionskühlung“, bei der die gesamten Server in eine spezielle Flüssigkeit getaucht werden, gilt als Lösung. Allerdings war es in der chemischen Verfahrenstechnik ein Widerspruch, ein Fluid zu entwickeln, das weder elektrisch leitfähig ist noch Wärme effizient ableitet. Wareflu liefert die Antwort: „Flüssigmetall“.
Wareflu wurde 2022 von Professor Park Sung-jun (박성준) der Sungkyunkwan University als Ausgründung aus dem Labor gegründet. Der Firmenname steht für die Vision, Flüssigmetall so flexibel wie einen Wasserballon fließen zu lassen. In der Anfangsphase entwickelte das Unternehmen flexible, bewegliche Sensorelemente für das Gesundheitswesen auf Basis von Flüssigmetall. Nach Empfehlungen aus der globalen Investment-Community verlagerte sich das Unternehmen auf die Anwendung der Flüssigmetall-Technologie zur Wärmekontrolle in KI-Rechenzentren. Park Sung-jun erklärte, dass die Anerkennung des Wärmeleitpotenzials von Flüssigmetall durch große Technologieunternehmen im Silicon Valley und anderswo diesen Geschäftszweig angestoßen habe.
Die größte technische Herausforderung bestand darin, dass leitfähige Metallpartikel im Kühlfluid Kurzschlüsse in den Servern verursachen könnten. Wareflu löste dieses Problem, indem es eine ultradünne Oxidschicht (Glasmembran) von wenigen Nanometern Dicke auf der Oberfläche der Flüssigmetallpartikel bildete. Diese Glasmembran bleibt isolierend und blockiert den Stromfluss, während die innere Wärme über die Partikel im Fluid als Brücke schnell nach außen abgeleitet wird. Park Sung-jun erläuterte, dass die mit der Glasmembran beschichteten Metallpartikel im Fluid als Brücken fungieren und die innere Wärme effizient nach außen transportieren.

Im Vergleich zu bestehenden Produkten globaler Chemieriesen bietet die Technologie von Wareflu einzigartige Wettbewerbsvorteile. Herkömmliche Unternehmen mischen dem Fluid feste Partikel (Füllstoffe) bei, um die Wärmeleitfähigkeit zu erhöhen, was jedoch die Viskosität des Fluids steigert und damit die Pumpenantriebsleistung in Rechenzentren erhöht. Da die Partikel von Wareflu selbst aus „flüssigem“ Metall bestehen, erhöhen sie die Viskosität des Fluids nicht. Park Sung-jun betonte, dass herkömmliche feste Füllstoffe das Fluid zähflüssig machen, was dazu führt, dass für die Kühlung mehr Pumpenleistung verbraucht wird – ein kontraproduktiver Effekt. Das Fluid von Wareflu hingegen halte die Umlaufleistung konstant und könne selbst bei konservativer Schätzung die Kühleffizienz um über 40 % im Vergleich zum aktuellen Stand steigern.

Die in Südkorea geltende Beschränkung für Klimaanlagen in Rechenzentren, wonach der „Flammpunkt über 250 Grad“ liegen muss, wird als Markteintrittsbarriere angesehen. Die Aufsichtsbehörden erzwingen diese Einschränkung mit Verweis auf Brandrisiken, doch einige argumentieren, dass dies die auf molekularer Struktur basierende Wärmeübertragungseffizienz des Fluids beeinträchtigt. In den USA, dem am schnellsten wachsenden Markt für Immersionskühlung, gibt es eine solche Beschränkung nicht. Park Sung-jun erklärte, dass das bei der Immersionskühlung verwendete Fluid im Wesentlichen ein nicht leitfähiges „unpolares Öl“ sei, das das Risiko von Bränden durch elektrische Kurzschlüsse von vornherein ausschließe. In langfristigen empirischen Bewertungen mit globalen Marktführern wie GRC aus den USA seien keine Sicherheitsprobleme aufgetreten. Er forderte eine Lockerung der Vorschriften, um inländischen Material- und Komponenten-Startups das Überleben auf dem globalen Markt zu ermöglichen.

Wareflu befindet sich derzeit in einer Pre-Series-A-Finanzierungsrunde, die bis zum Sommer dieses Jahres abgeschlossen werden soll. Die eingeworbenen Mittel werden für den Bau einer Pilot-Produktionsanlage nach globalen Standards verwendet, um eine sofortige Massenproduktion von Fluid für globale Immersionskühlsysteme zu gewährleisten. Zukünftig plant das Unternehmen, seine Produktpalette auf Hochleistungskühlfolien und Wärmeleitpasten für mobile Geräte auszuweiten. Park Sung-jun skizzierte die Vision, dass sich Wareflu zu einem „einzigartigen Kühlspezialisten im KI-Zeitalter“ entwickeln werde, der die Wärmeableitung im gesamten Hardware-Ökosystem perfekt steuert. Die Branche erwartet, dass der Markt für Immersionskühlung im Jahr 2028 einen Durchbruch erleben wird.







