de.wedoany.com-Bericht: Afcons Infrastructure hat im Rahmen des Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts Mumbai–Ahmedabad die zweite Herrenknecht-Mixschild-Tunnelbohrmaschine (TBM) mit einem Durchmesser von 13,6 Metern in Betrieb genommen. Sie wird für den Bau des ersten Eisenbahntunnels unter dem Meer in Indien eingesetzt.
Die TBM hat vom Startschacht in Sawli (Ghansoli) aus mit dem Vortrieb in Richtung Vikhroli begonnen. Sie gehört zum technisch anspruchsvollen 21 Kilometer langen unterirdischen Los C2. Dieses Los wurde 2023 von der National High Speed Rail Corporation Limited (NHSRCL) an Afcons Infrastructure vergeben und umfasst einen 7 Kilometer langen Abschnitt unter dem Thane Creek – Indiens erster Eisenbahntunnel unter dem Meer.
Dieser Start erfolgt, nachdem die erste Herrenknecht-TBM am 5. Juli von Vikhroli in Richtung Bandra Kurla Complex (BKC) mit dem Vortrieb begonnen hatte. Beide Maschinen werden gemeinsam einen 16 Kilometer langen Doppelspur-Tunnel zwischen Sawli und BKC ausheben, während die restlichen 5 Kilometer der unterirdischen Strecke bereits mit der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT) fertiggestellt wurden.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Mumbai–Ahmedabad ist Indiens erstes Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt und wird von der NHSRCL entwickelt. Der unterirdische Abschnitt in Mumbai gilt als einer der technisch anspruchsvollsten Teile des Vorhabens, da er tief liegende Stadttunnel mit Indiens erster Eisenbahnunterquerung des Meeres kombiniert.
Die neu gestartete TBM ist eine der größten Tunnelbohrmaschinen, die je beim Bau von Eisenbahntunneln in Indien eingesetzt wurden. Die flüssigkeitsgestützte Mixschild-Maschine verfügt über einen Bohrkopf mit einem Durchmesser von 13,6 Metern, ist 96 Meter lang und wiegt rund 3.200 Tonnen.
Die TBM ist mit einem Semi-Continuous-Advancement-System (SCA) ausgestattet, das die Installation der Tübbinge während des Vortriebs ermöglicht. Diese Methode erlaubt die gleichzeitige Durchführung von Vortrieb und Tübbingeinbau, was die Vortriebsgeschwindigkeit erhöht und zur Beschleunigung des Baufortschritts beiträgt.
Für den Start der Maschine musste in Sawli ein 39 Meter tiefer Schacht errichtet werden. Aufgrund des begrenzten Arbeitsraums wurde die TBM nach dem abschnittsweisen Ablassen unter Tage montiert. Das Nachläufersystem umfasst vier Doppelwagen, die mit Schlammpumpen, Hydrauliksystemen, Injektionsausrüstung, elektrischen Anlagen, einer Werkstatt und einem Notfallschutzraum beladen sind.
Die Anlage ist mit einem kontinuierlichen Gasüberwachungssystem ausgestattet, das Methan, Sauerstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid erkennt, sowie mit automatischen Brandmelde- und Löschanlagen. Während des Ausbruchs überwacht ein umfassendes Echtzeit-Überwachungsnetzwerk (einschließlich Setzungsmarken, Inklinometern, Dehnungsmessstreifen und Vibrationssensoren) Bodenbewegungen, um nahe gelegene Gebäude und Infrastruktur zu schützen.
Der fertiggestellte Tunnel wird in vollständig wasserdichter Bauweise errichtet, wobei doppelte EPDM-Dichtungen in Kombination mit quellfähigen Dichtungen verwendet werden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern und eine langfristige Haltbarkeit zu gewährleisten.
Das Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt Mumbai–Ahmedabad ist mit einer Gesamtlänge von rund 508 Kilometern Indiens erste Hochgeschwindigkeitsstrecke. Nach Fertigstellung wird die Strecke Mumbai und Ahmedabad verbinden und die Reisezeit zwischen den beiden Städten erheblich verkürzen.










