DHL Group unterstützt die Buchungs- und Zuordnungsregeln des SBTi im Verkehrssektor
2026-07-28 11:37
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de.wedoany.com-Bericht: Die DHL Group begrüßt, dass die Science Based Targets Initiative (SBTi) im Corporate Net-Zero Standard Version 2.0 die Rolle des „Book-and-Claim“-Mechanismus bei der Dekarbonisierung des Unternehmensverkehrs klar stärkt. Der Standard erkennt Book-and-Claim offiziell als glaubwürdigen Mechanismus zur Reduzierung von Verkehrsemissionen und zur Unterstützung von Klimazielen an, betont jedoch, dass seine Nutzung auf strengen Sicherheitsmaßnahmen und dem Nachweis beruhen muss, dass direkte Emissionsminderungen nicht möglich sind.

Für Branchen, die stark auf Luft-, See- und Straßengüterverkehrsnetze angewiesen sind, ist dieser Fortschritt von großer Bedeutung. Da kohlenstoffarme Kraftstoffe knapp, teuer und ungleich verteilt sind, wird der Dekarbonisierungsprozess in diesen Bereichen seit langem behindert. Der aktualisierte Rahmen bietet Logistikunternehmen einen praktikableren buchhalterischen Pfad für den Einsatz alternativer Kraftstoffe.

Die DHL Group erklärte, dass der Standard die Methodik hinter ihrem GoGreen Plus-Service direkt unterstützt. Dieser Service verknüpft die Nachfrage der Kunden nach kohlenstoffarmer Logistik mit der Beschaffung nachhaltiger Kraftstoffe in ihrem Logistiknetzwerk über das Book-and-Claim-Abrechnungsmodell. In stark vernetzten Transportnetzen teilen sich die Waren der Kunden oft den Transportraum mit anderen Gütern, was eine physische Zuordnung kohlenstoffarmer Kraftstoffe zu bestimmten Sendungen erschwert. Dieser Mechanismus trennt die Umweltvorteile vom physischen Kraftstofffluss und ermöglicht so die Zuteilung und Zuordnung von Emissionsminderungen, wodurch die praktischen und wirtschaftlichen Hindernisse bei der Einführung nachhaltiger Kraftstoffe effektiv überwunden werden.

Für große Unternehmen betrifft dieser Rahmen hauptsächlich die Berichterstattung über ihre Scope-3-Emissionen. Für Hersteller, Einzelhändler und Konsumgüterunternehmen machen eingekaufte Transport- und Vertriebsdienstleistungen einen erheblichen Anteil der Wertschöpfungskettenemissionen aus. DHL weist darauf hin, dass der GoGreen Plus-Service Kunden helfen kann, diese indirekten Emissionen zu adressieren und Fortschritte in Richtung der von der SBTi vorgegebenen Ziele zu erzielen, wenn direkte betriebliche Emissionsminderungsmaßnahmen ausgeschöpft sind.

Tobias Meyer, CEO der DHL Group, erklärte, dass DHL seit Jahren für praktische und hochintegritäre Lösungen zur großflächigen Dekarbonisierung der Logistik eintritt. Mit dem GoGreen Plus-Service habe das Unternehmen bereits Tausenden von Kunden aus verschiedenen Branchen und Regionen geholfen, ihre transportbedingten Emissionen zu senken. Er ist der Ansicht, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung von Branchenstandards und -rahmenwerken ein entscheidender Schritt zur Beschleunigung des globalen Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Logistik ist.

Branchenanalysten sind der Meinung, dass die Anerkennung durch die SBTi das Vertrauen der Unternehmenskäufer erheblich stärken wird. Bisher zögerten viele Unternehmen, Book-and-Claim-Instrumente einzusetzen, hauptsächlich aus Sorge, wie diese Emissionsminderungen in den Klimazielen berechnet werden. Der neue Standard bietet klarere Handhabungsregeln und könnte die Nachfragebündelung fördern. Logistikdienstleister können die fragmentierten Einkäufe ihrer Kunden zusammenfassen, um größere Mengen nachhaltiger Kraftstoffe zu beschaffen, was vorteilhafter ist als isolierte Verträge.

Governance und Integrität bleiben der Kern für die Wirksamkeit dieses Mechanismus. Die Glaubwürdigkeit von Book-and-Claim hängt von strengen buchhalterischen Kontrollen ab. Unternehmen müssen Doppelzählungen und übertriebene Behauptungen vermeiden und sicherstellen, dass die Emissionsminderungsvorteile unabhängig verifiziert werden können. Robuste Registrierungssysteme, rückverfolgbare Zertifikate und transparente Löschprozesse sind unverzichtbare Infrastruktur. Dieser Mechanismus ersetzt keine direkten betrieblichen Emissionsminderungen; Unternehmen stehen weiterhin unter dem Druck, die Energieeffizienz zu steigern, Lieferketten neu zu gestalten und den Güterverkehr auf emissionsärmere Verkehrsträger zu verlagern.

Für Führungskräfte und Investoren bietet der aktualisierte Standard einen klareren Vergleichsrahmen zur Bewertung von Logistik-Dekarbonisierungsaussagen und wird sich direkt auf zukünftige Beschaffungsanforderungen, Lieferantenverträge und die Berichterstattung über Verkehrsemissionen auswirken. Langfristig hängt der Erfolg dieses Pfades entscheidend davon ab, ob die von Unternehmensseite erzeugten Nachfragesignale in tatsächliche, zusätzliche nachhaltige Kraftstoffangebote umgewandelt werden können, anstatt lediglich den Wettbewerb um die bestehenden begrenzten Ressourcen zu verschärfen.

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