ABB beteiligt sich an der Entwicklung des 800-V-Gleichstrom-Energiesystems für Ferrari Hypersail

2026-09-17 09:27
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de.wedoany.com-Bericht: Am 14. September gab ABB bekannt, eine technische Partnerschaft mit dem Ferrari-Projekt Hypersail eingegangen zu sein und als Elektrifizierungspartner an der Entwicklung des bordseitigen Gleichstrom-Energiesystems mitzuwirken. Hypersail ist eine 100 Fuß lange, vollständig foilende Einrumpf-Hochseesegelyacht, die so ausgelegt ist, dass sie ausschließlich mit bordseitig erneuerbarer Energie betrieben wird. ABB wird technische Unterstützung in den Bereichen Schiffsenergieversorgung, Gleichstromtechnologie, Energiesystemintegration, Energiemanagement und intelligente Energieverteilung bereitstellen und sich dabei schwerpunktmäßig an der Entwicklung des bordseitigen 800-V-Gleichstrom-Energiesystems beteiligen.

Erkenntnisse aus dem Ferrari-Hypersail-Projekt werden in die Entwicklung künftiger Energiesystemlösungen von ABB für Infrastrukturen erneuerbarer Energien einfließen

Hypersail verwendet eine zweistufige Gleichstromarchitektur mit 48 V und 800 V. Der an Bord aus erneuerbaren Energien erzeugte Strom wird innerhalb des Gleichstromsystems erzeugt, gespeichert, verteilt und verwaltet, um kritische Lasten wie Navigation, Foil-Steuerung, Sicherheitssysteme und Antrieb zu versorgen. ABB gab bekannt, dass die Architektur als autarkes Mikronetz betrieben werden soll und unter maritimen Bedingungen wie niedrigen Temperaturen, Salznebel, hoher Spannung und anhaltender Bewegung die Energieversorgung und Systemsteuerung aufrechterhalten muss.

Der Arbeitsumfang von ABB im Projekt umfasst die Gleichstromsystemintegration, intelligentes Energiemanagement, Energieverteilung sowie technische Unterstützung für die bordseitigen elektrischen Systeme. Das Unternehmen wird seine mehr als 25-jährige Erfahrung in der Entwicklung von Gleichstromtechnologie in die Auslegung und Validierung des 800-V-Systems einbringen; derzeit hält ABB im Bereich der Gleichstromtechnologie etwa 700 relevante Patente. Die im Projektbetrieb und bei Tests gewonnenen Daten sollen zudem für die künftige Entwicklung von Energiesystemen für maritime Energieversorgung, Infrastrukturen erneuerbarer Energien, Rechenzentren und industrielle Mikronetze genutzt werden.

Ferrari hatte zuvor bekannt gegeben, dass Hypersail derzeit in Italien gebaut wird und der französische Schiffsdesigner Guillaume Verdier an der Konstruktion beteiligt ist. Der Rumpf verwendet ein Vollfoil-Konzept, bei dem eines der Foils durch einen kippbaren Kiel gestützt wird und die weiteren Stützpunkte am Ruder und an den beiden seitlichen Foils liegen. Ferrari positioniert sie als eine vollständig energieautarke 100-Fuß-Hochseesegelyacht; das Projekt soll 2026 zu Wasser gelassen werden und anschließend in die erste Seetestphase eintreten.

Die Zusammenarbeit befindet sich derzeit noch in der Phase des Schiffsbaus und der Entwicklung des Energiesystems. ABB und Ferrari haben bisher weder den Kooperationsbetrag noch die Kapazität des Energiespeichersystems, die konkrete installierte Leistung der bordseitigen erneuerbaren Energien oder die Nennleistung des 800-V-Systems bekannt gegeben. Als nächster bestätigter Meilenstein gilt der Abschluss des Schiffsbaus und die Wasserung im Jahr 2026, gefolgt von Seetests zur Validierung des Gleichstrombetriebs, des Energiemanagements und des Betriebsverhaltens kritischer bordseitiger Systeme unter realen Hochseebedingungen.

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