Das Madrider U-Bahn-System hat kürzlich bekannt gegeben, dass im Rahmen des Metropaq-Projekts in 19 Stationen der Linie 3 intelligente Schließfächer installiert werden, um Abhol- und Zustelldienste in den täglichen Pendelverkehr der Fahrgäste zu integrieren. Diese Maßnahme umfasst die gesamte Strecke von El Casar in Getafe bis Moncloa und führt über wichtige Stationen wie Embajadores und Sol. Sie zielt darauf ab, die Effizienz der städtischen Logistik zu steigern.
Das System wird 57 Abholstellen einrichten, die täglich mehr als 3.000 Pakete verarbeiten können und ganzjährig während der U-Bahn-Betriebszeiten (6:00 bis 1:30 Uhr) verfügbar sind. Durch die Nutzung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur für die Güterverteilung stört es weder den Fahrgastfluss noch den Zugbetrieb und ermöglicht Madrid so Fortschritte im Bereich der Stadtlogistik. Fahrgäste können ihre Pakete per QR-Code schnell abholen, was für einen reibungslosen Verkehr in den Stationen sorgt.
Logistikunternehmen wie Amazon, GLS und SEUR planen, ihre Dienste Mitte März an die Linie 3 anzuschließen, mit dem Ziel, das Schließfachnetzwerk bis April vollständig in Betrieb zu nehmen. Das Logistikdesign legt Wert auf Kompatibilität mit dem U-Bahn-Betrieb. Es wird erwartet, dass täglich über 2.000 Pakete enthalb der Achse Moncloa-El Casar transportiert werden, was die städtische Logistik effizient unterstützt.
Das Metropaq-Projekt wird schrittweise auf andere Teile des U-Bahn-Netzes ausgeweitet, um eine stadtweite, integrierte Logistikinfrastruktur aufzubauen. Dieses innovative Modell für die letzte Meile bietet eine umweltfreundlichere Alternative durch die Reduzierung von Fahrzeugkilometern auf der Straße. Schätzungen zufolge kann das System täglich mehr als 50.000 Kilometer an damit verbundenen Fahrten einsparen.
Diese Initiative bietet den Bürgern nicht nur einen bequemen Service, sondern stärkt auch die Funktion der Stationen als Logistikknotenpunkte. Die durch das Geschäftsmodell generierten Einnahmen werden vollständig für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes und seiner Qualität verwendet.
Dieses Projekt stellt die zweite Phase der Frachtstrategie der Madrider U-Bahn dar. Die erste Phase wurde bereits am 28. November letzten Jahres auf der MetroSur gestartet und transportierte erfolgreich über 85.000 Pakete über die Linie 12. In der zweiten Phase hält ein Zug zwischen 20:00 und 21:00 Uhr, wenn weniger Fahrgäste unterwegs sind, an den Stationen Alcorcón Central und El Bercial, um Fracht aufzunehmen, die schließlich im Lagerhaus Loranca ausgeliefert wird.
Mit dem Wachstum des E-Commerce und der steigenden Nachfrage nach effizienten Zustelllösungen nutzt die Madrider U-Bahn die Gelegenheit, ihre Aktivitäten zu diversifizieren, und festigt ihre Schlüsselrolle in der Stadtlogistik, um die städtische Logistik weiter zu optimieren.









