de.wedoany.com-Bericht: Die dänische Reederei Maersk und die deutsche Hapag-Lloyd haben am 6. Juli angekündigt, die AE15-Route ihres „Gemini“-Kooperationsnetzwerks anzupassen, sodass sie wieder durch den Suezkanal verläuft und nicht mehr um das Kap der Guten Hoffnung herumführt. Die beiden Unternehmen erklärten, diese Entscheidung basiere auf einer umfassenden Bewertung der Sicherheitslage im Roten Meer und markiere einen entscheidenden Schritt zur schrittweisen Rückkehr zur Route durch den Suezkanal.

Die Umgehung des Suezkanals durch globale Schifffahrtsunternehmen begann im November 2023. Die jemenitischen Huthi-Rebellen griffen Schiffe mit Verbindungen zu Israel im Roten Meer und im Golf von Aden an, was die Reedereien zwang, alternative Routen zu nehmen. In den folgenden fast drei Jahren wichen zahlreiche Containerschiffe auf das Kap der Guten Hoffnung am südwestlichen Ende Afrikas aus, was die Fahrstrecke um etwa 3.500 bis 4.000 Seemeilen verlängerte und die Transportzeit um 10 bis 14 Tage erhöhte. Die Frachtraten stiegen daraufhin erheblich an und trieben die globalen Seefrachtpreise in die Höhe. Mit der Entspannung der Lage im Nahen Osten beginnen die Schifffahrtsunternehmen, die Nutzungsbedingungen der Route durch das Rote Meer neu zu bewerten.
Maersk erklärte in einer Stellungnahme, dass die strukturelle Anpassung der AE15-Route des „Gemini“-Kooperationsnetzwerks es dieser Verbindung zwischen Asien, dem Mittelmeer und Europa ermöglichen werde, den Suezkanal wieder zu nutzen. Ein Sprecher von Hapag-Lloyd gab bekannt, dass die angepasste Route voraussichtlich die gesamte Seefrachtdauer um vier Wochen verkürzen werde. Beide Unternehmen haben Notfallpläne erstellt; sollte sich die Lage im Roten Meer verschlechtern, werde die Fahrtroute jederzeit angepasst. Derzeit planen die beiden Parteien keine Änderungen an anderen Routen des „Gemini“-Kooperationsnetzwerks und werden die Entwicklung der Lage im Nahen Osten weiterhin beobachten. Ob weitere Routenanpassungen erfolgen, hängt davon ab, ob die Lage im Roten Meer stabil bleibt und regionale Konflikte nicht eskalieren.
Daten des globalen Schifffahrtsberatungsunternehmens Clarksons Research zeigen, dass die Route durch den Suezkanal und das Rote Meer die schnellste Verbindung zwischen Europa und Asien darstellt. Vor der Verschlechterung der Lage im Roten Meer trug diese Route 10 % des gesamten globalen Seehandelsvolumens. Darüber hinaus hatten Maersk und Hapag-Lloyd Mitte Februar unter dem Schutz einer Marineeskorte die ME11-Route wieder in Betrieb genommen, die durch den Suezkanal führt und Indien, den Nahen Osten und das Mittelmeer verbindet. In einer weiteren Erklärung vom 6. Juli bestätigte Maersk, dass diese Route aufgrund der Auswirkungen des Iran-Konflikts Ende Februar ausgesetzt wurde.










