de.wedoany.com-Bericht: Die japanische East Japan Railway Company (JR East) hat das Karosseriedesign des neuen Shinkansen-Inspektionszugs E927 vorgestellt und ihn SOAR getauft. Als Nachfolger des derzeit im Einsatz befindlichen Inspektionszugs East-i (E926) wird die Prüfgeschwindigkeit von 275 km/h auf 320 km/h erhöht, was nahezu der regulären Betriebsgeschwindigkeit des Shinkansen entspricht. Dies ist der erste Versuch Japans, einen Inspektionszug mit derselben Geschwindigkeit wie die Betriebszüge fahren zu lassen. Der E927 ist mit einem PQ-Schätzsystem und einem Shinkansen-Bordkamerasystem ausgestattet. Durch die Analyse der Rad-Schiene-Kräfte, die Aufnahme hochauflösender Bilder und die Kombination mit KI-basierter Bilderkennung wird die Überwachung des Streckenzustands und die vorausschauende Instandhaltung verbessert.

Die Aufgabe des Shinkansen-Inspektionszugs besteht darin, regelmäßig die Gleisgeometrie, den Zustand der Oberleitungen sowie die Signal- und Kommunikationsausrüstung zu überprüfen und Daten für die Streckeninstandhaltung zu liefern. Das neu hinzugefügte PQ-Schätzsystem des E927 ist ein Werkzeug für die vorausschauende Instandhaltung. Durch die Installation mehrerer Sensoren an den Drehgestellen werden die Vibrationen und Neigungen der Drehgestelle in Echtzeit gemessen, um die Kräfte zwischen Rad und Schiene zu berechnen – die vertikale Kraft als Radlast (P) und die horizontale Kraft als Seitenkraft (Q). Durch die Kombination der Rad-Schiene-Kraftdaten mit den Ergebnissen herkömmlicher Gleisprüfungen können die zu wartenden Stellen präziser identifiziert und priorisiert werden, was eine Grundlage für die Bewertung des Streckenzustands und die Erstellung von Instandhaltungsplänen bietet.

Der siebenteilige E927 ist außerdem mit einer vorläufig als „Shinkansen-Bordkamerasystem" bezeichneten Ausrüstung ausgestattet. An den Fronten der Wagen 1 und 7 sind jeweils acht Kameras installiert, an der Seite und auf dem Dach von Wagen 3 weitere 32 Kameras, insgesamt 48 hochauflösende Kameras. Während der Fahrt zeichnen sie kontinuierlich Bilder der Anlagen und der Umgebung entlang der Strecke auf. Durch den Vergleich mit historischen Bildern kann das System Anomalien wie Beschädigungen von Oberleitungsbeschlägen oder Verschlechterungen von Bauwerken erkennen sowie Hindernisse wie Bäume entlang der Strecke identifizieren, die in das Lichtraumprofil eindringen oder die Betriebssicherheit gefährden. JR East plant, die KI-basierte automatische Bildauswertung und Anomalieerkennung weiterzuentwickeln, um die Prüfeffizienz zu steigern.
Optisch übernimmt der E927 SOAR die weiße Grundfarbe des derzeitigen East-i und fügt rote und grüne Elemente hinzu. Rot steht für „Mut", Grün symbolisiert „Ausbreiten und Entfalten", wobei sowohl die Unternehmensfarben von JR East als auch die rote Kennzeichnung des East-i-Inspektionszugs berücksichtigt werden. Die Seiten des Fahrzeugs weisen eine asymmetrische Farbgebung auf, um anzudeuten, dass der Zustand der Eisenbahninfrastruktur wie Gleise und Oberleitungen nicht unveränderlich ist, und gleichzeitig die Rolle des Inspektionszugs bei der kontinuierlichen Streckenüberwachung und dem Schutz der Transportsicherheit hervorzuheben.












