DHL fordert gesetzliche Vorschrift für die Zustellung von Paketen über 23 kg durch zwei Personen
2026-07-28 15:43
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Der Paketdienstleister DHL fordert eine gesetzliche Regelung, wonach Pakete mit einem Gewicht von mehr als 23 Kilogramm von zwei Zustellern gemeinsam transportiert und zugestellt werden müssen, um die gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter zu verringern. Diese Position stößt auf Kritik von Wettbewerbern, während die Gewerkschaft Verdi strengere Vorschriften verlangt. Nikola Hagleitner, Vorstandsmitglied der DHL, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Regelung gesetzlich verankert und für alle Paketdienstleister verbindlich sein sollte.

DHL betont, dass der Gesundheitsschutz im Mittelpunkt stehe. Wenn ein Paket nur von einer Person zugestellt werde, könne dies negative Auswirkungen auf den Rücken haben. In der Sparte Deutsche Post und Paket des Unternehmens seien etwa ein Drittel der Krankmeldungen auf Muskel- oder Skeletterkrankungen zurückzuführen. Typische schwere Pakete umfassen Fitnessgeräte, Hundefutter, Katzenstreu oder Getränke. Laut Hagleitner können über 90 Prozent dieser Pakete grundsätzlich aufgeteilt werden, beispielsweise Tiernahrung oder Wein in zwei Pakete.

Hagleitner betonte, dass Kunden zu anderen Anbietern wechseln könnten, wenn DHL einseitig die Aufteilung schwerer Pakete verlange oder die Preise drastisch erhöhe. Er fügte hinzu: „Wenn das Paketvolumen zu Dienstleistern mit schlechteren Arbeitsbedingungen abwandert, was zu einem Verlust guter Arbeitsplätze mit Tarifvertrag führt, hilft das letztlich niemandem.“ Er wies auch darauf hin: „Nur wenn für die gesamte Branche die gleichen Regeln gelten und streng überwacht werden, kann der Gesundheitsschutz dauerhaft wirksam sein.“

Nach Angaben von DHL machen besonders schwere Pakete nur einen kleinen Anteil des Gesamtvolumens aus: Lediglich 1,1 Prozent der Pakete wiegen zwischen 23 und 31,5 Kilogramm. Dennoch hält das Unternehmen die Diskussion dieses Themas für sinnvoll. Hagleitner erklärte, dass die betreffenden Geschäftskunden in der Regel gleichzeitig eine große Anzahl leichterer Pakete versenden, sodass die Bearbeitung schwerer Pakete auch das Gesamtgeschäft betrifft.

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX), der Unternehmen wie Hermes, GLS und DPD vertritt, lehnt eine Senkung der derzeitigen Gewichtsobergrenze von 31,5 Kilogramm ab und hält eine Obergrenze von 20 oder 23 Kilogramm für willkürlich. BPEX plädiert für den Einsatz professioneller Paketkarren bei der Zustellung schwerer Pakete und warnt davor, dass ein verpflichtendes Zweierteam den Personalbedarf erhöhen würde, insbesondere in einer Branche, die bereits Schwierigkeiten hat, genügend Zusteller zu rekrutieren. Der Verband weist auch darauf hin, dass schwere Pakete häufig im Geschäftskundenbereich (B2B) zugestellt werden und meist über das Erdgeschoss, Aufzüge oder Rampen transportiert werden; ein verpflichtendes Zweierteam könnte zusätzliche Fahrzeuge und Routen erfordern und sich negativ auf die CO₂-Emissionen auswirken.

Die Gewerkschaft Verdi hält die Forderung von DHL für unzureichend und verlangt eine verbindliche Obergrenze von 20 Kilogramm ohne Ausnahmen. Verdi-Vizevorsitzende Andrea Kocsis forderte die Bundesregierung auf, sofort zu handeln und einen Gesetzesentwurf vorzulegen. Die Beschäftigten der Branche hätten lange genug gewartet und benötigten Entlastung.

Hintergrund der Diskussion ist eine von der Vorgängerregierung initiierte Regelung, die grundsätzlich vorsah, dass Pakete über 20 Kilogramm von zwei Personen transportiert werden müssen, jedoch Ausnahmen bei Nutzung technischer Hilfsmittel erlaubte. Diese Regelung wurde jedoch von der damaligen Ampelkoalition nicht verabschiedet. DHL bewertet, dass technische Lösungen wie elektrische Karren die Belastung durch schwere Pakete nicht ausreichend reduzieren können und dass elektrische Treppensteiger oder ähnliche Systeme die zweite Person bei der Zustellung nicht ersetzen können. Hagleitner erklärte, es gebe keine geeigneten technischen Hilfsmittel, die das Gesundheitsrisiko bei der Zustellung schwerer Pakete durch eine Person signifikant senken könnten.

DHL weist darauf hin, dass schwere Pakete nicht nur an der Haustür bewegt werden, sondern auch in den Paketzentren gehoben und transportiert werden müssen. Das Unternehmen habe dort körpernahe Assistenzsysteme wie Exoskelette getestet, jedoch mit enttäuschenden Ergebnissen. Hagleitner sagte, viele Kollegen wollten diese Hilfsmittel nicht nutzen, unter anderem wegen der Hitzeentwicklung und des hohen Eigengewichts der Geräte.

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com