Italien: 53 km lange Hochleistungsbahnstrecke Genua–Mailand auf 2029 verschoben
de.wedoany.com-Bericht: Der Sonderbeauftragte für das italienische Projekt Terzo Valico dei Giovi, Calogero Mauceri, hat den aktualisierten Bauzeitplan veröffentlicht. Die 53 km lange Hochgeschwindigkeits-/Hochleistungsbahnstrecke Genua–Mailand soll demnach 2029 in Betrieb gehen. Derzeit steht noch weniger als 1 km Tunnelvortrieb aus. Die Tunnelarbeiten sollen im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein, während Gleise, Stromversorgung, Signaltechnik und weitere Bahnsysteme konzentriert im Jahr 2028 installiert werden.
Das Projekt hat eine Gesamtlänge von 53 km, wovon etwa 37 km in Tunneln verlaufen. Die Bauausführung liegt beim von Webuild angeführten Konsortium Cociv, Bauherr ist die italienische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft RFI. Das Vorhaben gehört zum Gesamtprojekt Terzo Valico dei Giovi—Genoa Junction und verbindet das Hafensystem von Genua mit dem Eisenbahnnetz Norditaliens.
Die Tunnelarbeiten konzentrieren sich hauptsächlich auf den Bereich Castagnola. Im Abschnitt Castagnola–Cravasco stehen noch etwa 240 m eingleisiger Tunnel aus, im Abschnitt Castagnola–Val Lemme noch etwa 640 m. Die Arbeiten im letztgenannten Abschnitt sind durch unterirdisches Erdgas und komplexe geologische Bedingungen beeinträchtigt, der Vortriebsfortschritt liegt unter dem ursprünglichen Plan.
Im Jahr 2026 wurden mehrere unterirdische Bauabschnitte abgeschlossen. Am 27. April wurde der letzte Durchschlag der Trennwand im Tunnel der Eisenbahnverbindungsstrecke Novi Ligure vollzogen, der dazu dient, die neue Hochleistungsbahnstrecke an die bestehende Bahnstrecke Genua–Turin anzubinden; am 23. Juni wurde der etwa 2 km lange Lüftungstunnel Polcevera fertig ausgehoben.
Der Kernabschnitt Valico des Terzo Valico dei Giovi wird als Doppelröhrentunnel mit je etwa 27 km pro Streckengleis ausgeführt. Webuild hat zuvor mitgeteilt, dass bis Ende 2025 rund 86,5 km des Haupttunnelbaus ausgehoben wurden, was etwa 94 % des geplanten unterirdischen Bauvolumens entspricht.
Die Gesamtinvestition des Projekts beläuft sich auf etwa 8,5 Milliarden Euro und ist in den italienischen Nationalen Aufbau- und Resilienzplan eingebunden. Mit der aktuellen Aktualisierung wird der Gesamtbetriebszeitpunkt auf 2029 verschoben. Der derzeitige Bauschwerpunkt liegt auf dem letzten Tunnelabschnitt sowie der anschließenden Installation der Bahnsysteme.
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