Deutschland veröffentlicht Fünfjahresplan für Bahninfrastruktur – 155 Kilometer neue Gleise geplant

2026-10-08 14:28
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de.wedoany.com-Bericht: Am 6. Oktober veröffentlichte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den ersten bundesweiten Fünfjahresplan für die Schieneninfrastruktur (Infraplan 2026), der die Ziele für Neu- und Ausbau, die Erneuerung bestehender Strecken, die Elektrifizierung, den Umbau von Bahnhöfen und den digitalen Ausbau im Zeitraum von 2026 bis 2030 festlegt. Der Plan sieht vor, innerhalb von fünf Jahren 155 Kilometer neue Gleise in Betrieb zu nehmen, 271 kleine und mittlere Infrastrukturprojekte abzuschließen und die Zahl der Bahnhöfe, die den festgelegten Bau- und Ausstattungsstandards entsprechen, auf 737 zu erhöhen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Ulrich Lange, übergab den Plan am selben Tag in Berlin an den Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO AG, Philipp Nagl.

Zu den geplanten Streckenbauprojekten gehören die Bahnstrecke Karlsruhe–Basel, die Bahnstrecke Angermünde–Stettin und zur polnischen Grenze sowie die Bahnstrecke Lübbenau–Cottbus. Zu den Projekten, die im Zeitraum 2026–2030 voraussichtlich fertiggestellt werden, zählen auch die Ausbauprojekte Berlin–Dresden, Leipzig–Dresden, die S-Bahn Hamburg S4 sowie die Bahnstrecke Köln–Aachen. Als statistischer Vergleich: Von 2020 bis 2025 wurden in Deutschland 266 Kilometer neue Gleise in Betrieb genommen; der aktuelle Fünfjahresplan sieht ein Inbetriebnahmeziel von 155 Kilometern vor.

Die Modernisierung bestehender Bahnstrecken umfasst zusätzliche Gleiswechsel, Überholgleise für Züge, Signaltechnik und begleitende Güterverkehrsanlagen. Zum Programm für kleine und mittlere Infrastrukturmaßnahmen gehören Anlagen für den Betrieb von Güterzügen mit einer Länge von 740 Metern sowie Projekte zur Anpassung der Streckenkapazität im Zusammenhang mit dem bundesweiten Deutschlandtakt. Der Anteil elektrifizierter Strecken am Gesamtnetz soll von 62,7 Prozent im Jahr 2025 auf 63,7 Prozent im Jahr 2030 steigen.

Auch die Erneuerung wichtiger Bahnkorridore ist in den Plan aufgenommen. Für 2026 sind Korridorerneuerungsarbeiten auf 702 Kilometern vorgesehen, davon 271 Kilometer auf der Hauptstrecke Hamburg–Berlin. Die Schnellfahrstrecke Berlin–Hannover wird seit dem 2. Oktober erneuert und soll im Dezember 2027 fertiggestellt werden. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat für die Jahre 2027 bis 2030 noch keine jährlichen Kilometerziele für die Korridorerneuerung festgelegt; entsprechende Ziele sollen im Infrastrukturplan in der Fassung von 2027 ergänzt werden.

Die Ziele für den Bahnhofsumbau basieren auf den festgelegten Bau- und Ausstattungsstandards. Die Zahl der Bahnhöfe, die diesen Standards entsprechen, soll von 237 im Jahr 2025 auf 737 im Jahr 2030 steigen. Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnstrecken sollen auf 239 Kilometern umgesetzt werden. Die durch Bahnanlagen verursachten Zugverspätungen erreichten im Jahr 2025 durchschnittlich 28.820 Minuten pro Tag und sollen bis 2029 auf 25.600 Minuten pro Tag sinken; für 2030 wird dieses Ziel vorerst beibehalten.

Zu den Digitalisierungsprojekten gehört die Einführung des European Train Control System (ETCS). Bis Ende 2025 waren in Deutschland 683 Kilometer Bahnstrecken mit ETCS ausgerüstet, was etwa 2 Prozent des bundesweiten Schienennetzes entspricht. Der erste Fünfjahresplan legt noch keine zusätzlichen ETCS-Ausbaukilometer für den Zeitraum 2026 bis 2030 fest; konkrete Ziele sollen auf Grundlage der Digitalisierungsstrategie der Bundesbahn und der neuen Leistungsvereinbarung der DB InfraGO AG weiterentwickelt werden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wird die Umsetzung des Plans anhand von 8 zentralen Leistungsindikatoren verfolgen und die Fünfjahresplanung jährlich aktualisieren. Die entsprechenden Pläne sollen mit dem Zielnetz 2035, dem Bundeshaushalt und dem Sonderfonds für die Bahninfrastruktur abgestimmt werden. Die Bundesregierung plant, in dieser Legislaturperiode die rechtliche Umsetzung des Infrastruktur-Gesamtplans und die Fondszuweisung voranzutreiben.

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