Das Wasserstoff-Heiztechnologieunternehmen HYTING hat kürzlich in einer Produktionsanlage in Markkleeberg, Sachsen, seine zweite Kundeninstallation abgeschlossen. Das Projekt umfasst zwei Luftheizgeräte mit einer Gesamtwärmeleistung von 80 kW, was einer achtmal höheren Kapazität im Vergleich zur ersten Installation entspricht. Dies markiert den ersten Einsatz der 50-kW-Wärmeerzeugerplattform von HYTING bei einem Kunden vor Ort. Mit ihrer 10:1-Modulationsrate ermöglicht sie eine kontinuierlich modulierbare Wärmeausgabe und stellt einen entscheidenden Schritt für die kommerzielle Verbreitung dar.
Die Anlage wird gemeinsam von den Unternehmen BURO GmbH und Südmetall Schließsysteme GmbH genutzt, die Metallblechkomponenten fertigen bzw. elektronische Schließsysteme montieren. Die beiden HYTING-Geräte versorgen jeweils einen Produktionsbereich und ermöglichen so eine maßgeschneiderte Temperaturverteilung. Das System arbeitet in einer Hybridkonfiguration mit einer Wärmepumpe: Die Wärmepumpe deckt die Grundlast ab, während die HYTING-Geräte die Spitzenlast abdecken. Dadurch werden der Netzanschlusswert und die damit verbundenen Leistungspreise um 70 % gesenkt, und es kann eine kleinere Wärmepumpe verwendet werden, um die Betriebskosten zu optimieren. Der Kunde kann seine Betriebsausgaben ab dem ersten Tag reduzieren; die Amortisationszeit wird auf etwa drei Jahre geschätzt.
Anfangs wird der Wasserstoff von einem nahegelegenen Lieferanten bezogen. Es ist jedoch geplant, später in diesem Jahr einen Elektrolyseur vor Ort durch die BURO-Tochtergesellschaft H2 Green Planet GmbH zu installieren, um grünen Wasserstoff zu produzieren. Die angestrebten Kosten liegen bei 4-6 Euro pro Kilogramm. Damit würde das Gebäude zu einer der ersten kommerziellen Einrichtungen gehören, die ihren eigenen grünen Wasserstoff für die Heizung erzeugen und verbrauchen.
Tim Hannig, Gründer und CEO von HYTING, sagte: „Diese Installation stellt sowohl in Bezug auf den Maßstab als auch den Machbarkeitsnachweis einen bedeutenden Schritt nach vorn dar. Die 80-kW-Leistung demonstriert die Wirksamkeit des modularen Designs. In Kombination mit der lokalen Wasserstoffproduktion sehen wir eine attraktive kommerzielle Perspektive für eine saubere Wärmeversorgung, die von lokal erzeugtem grünem Wasserstoff angetrieben wird.“
Jürgen Burger, CEO von BURO, ergänzte: „Basierend auf mehr als 50 Jahren Ingenieurserfahrung wissen wir, dass der Übergang zu sauberer Energie auch wirtschaftlich sein muss. Die HYTING-Technologie deckt die Heizspitzenlast ab, ohne die Stromlast oder den CO2-Fußabdruck zu erhöhen. Die lokale Produktion von grünem Wasserstoff ist der nächste pragmatische Schritt zur Dekarbonisierung.“
Zuvor hatte der 50-kW-Wärmeerzeuger von HYTING bereits eine Zertifizierung gemäß der Gasgeräterichtlinie (GAR) erhalten, bewertet durch das unabhängige Labor Kiwa. Das Unternehmen hat außerdem einen 2.500-Stunden-Dauerlauftest erfolgreich absolviert, der eine 10-jährige Betriebsbelastung simuliert, ohne Ausfälle oder signifikanten Verschleiß kritischer Komponenten, was seine Zuverlässigkeit unter Beweis stellt.
Die HYTING-Technologie nutzt einen proprietären, flammenlosen katalytischen Prozess, bei dem Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft reagiert, um Wärme zu erzeugen. Dabei werden nur Wasserdampf und kein Kohlendioxid, Stickoxide oder Feinstaub emittiert. Die Technologie arbeitet nicht mit entzündlichen Wasserstoffkonzentrationen und ist inhärent sicher. Das modulare Design ermöglicht die Kombination mehrerer Einheiten für höhere Leistungsanforderungen und eignet sich sowohl für Neuinstallationen als auch für Nachrüstungen.
Laut EU-Daten sind Gebäude für 40 % des Energieverbrauchs und 36 % der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich, wobei die Heizung einen großen Anteil ausmacht. Die EU-Wasserstoffstrategie identifiziert die Gebäudeheizung als eine Schlüsselanwendung. Wasserstofftechnologien bieten neben der Elektrifizierung einen parallelen Weg, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Ein Bericht der Internationalen Energieagentur stellt fest, dass die globale Wasserstoffnachfrage 2024 fast 100 Millionen Tonnen betrug und die Produktion von wasserstoffarmem Wasserstoff bis 2030 voraussichtlich mehr als verfünffacht werden wird. Dies bietet einen günstigen Hintergrund für die Verbreitung von Technologien wie der von HYTING.









