Laut dem neuesten Bericht der Eurasischen Entwicklungsbank verfügt die zentralasiatische Region über Potenzial für Pilotprojekte zur Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung in den Bereichen Öl, Gas und Metallurgie. Kasachstan und Usbekistan gelten dabei als Schwerpunktländer für die Anwendung.
Der Bericht weist darauf hin, dass Kohlendioxid in erschöpfte Öllagerstätten injiziert werden kann, um gleichzeitig Kohlenstoff zu speichern und die Ölausbeute zu steigern, was einen doppelten Nutzen bringt. Die Eurasische Entwicklungsbank ist der Ansicht, dass die Technologie der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung eine einzigartige Position im neuen Energiesystem einnimmt. Obwohl sie nicht direkt mit der Dezentralisierung der Energieversorgung zusammenhängt, spielt sie eine Schlüsselrolle bei der Kompensation von Emissionen in Branchen, die schwer oder nur verzögert vollständig elektrifiziert werden können.
Gemäß dem 1,5-Grad-Erwärmungsszenario der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien müssen bis 2050 weltweit jährlich etwa 7 Milliarden Tonnen Kohlendioxid entfernt werden, was etwa 19 % der insgesamt benötigten Emissionsreduktionen entspricht. Die Hauptanwendungsbereiche der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung umfassen die Modernisierung bestehender Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke sowie die Behandlung von prozessbedingten Emissionen, die in Branchen wie Zement, Stahl und Chemie schwer zu vermeiden sind.
Der Bericht weist gleichzeitig darauf hin, dass die Technologie nach wie vor durch Kosten eingeschränkt ist. In traditionellen Anlagen liegen die durchschnittlichen Kosten für die Abscheidung einer Tonne Kohlendioxid bei 50 bis 100 US-Dollar, unter komplexen Bedingungen sind sie sogar noch höher. Ohne politische Unterstützung in Form hoher CO2-Steuern, Subventionen oder Differenzverträgen sind Projekte zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung auf kommerzieller Ebene nach wie vor schwer in großem Maßstab umzusetzen.
Die Eurasische Entwicklungsbank erklärt, dass die aktuellen Prioritäten der regionalen Energiewende weiterhin auf der Entwicklung erneuerbarer Energien und der Steigerung der Energieeffizienz liegen. Die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung könne als Backup-Option in einer ausgewogenen Energiewendestrategie betrachtet werden.









