de.wedoany.com-Bericht: Der staatliche gambische Mobilfunkbetreiber Gamcel plant die landesweite Einführung eines 4G/LTE- und 5G-Funkzugangsnetzes sowie die gleichzeitige Aufrüstung des Kernnetzes, der Betriebsunterstützungssysteme und der Energieversorgung der Telekommunikationsstandorte. Dieser Ausbauplan ist Teil des Privatisierungsprozesses von Gamcel. Die Muttergesellschaft Gamtel hat bereits eine Vereinbarung mit dem privaten gambischen Betreiber YCELL getroffen. Berichten zufolge beabsichtigt YCELL, 80 % der Anteile an Gamcel zu erwerben und finanzielle sowie technische Unterstützung für die Netzmodernisierung und Geschäftstransformation bereitzustellen. Die damit verbundenen Investitionen könnten sich auf rund 83 Millionen US-Dollar belaufen.
Der Netzausbau umfasst landesweite 4G/LTE- und 5G-Funkzugangseinrichtungen sowie die Modernisierung des bestehenden Kernnetzes. Sollte das Projekt wie geplant umgesetzt werden, wird Gamcel seine Mobilfunknetz-Infrastruktur erneuern und die bestehende Netzkapazität sowie die Serviceabdeckung verbessern. Allerdings wurden bisher keine Angaben zur Anzahl der neuen oder modernisierten Basisstationen, zum 5G-Abdeckungsbereich, zu den Gerätelieferanten oder zum konkreten Bauzeitraum gemacht.
Die Betriebssysteme werden ebenfalls umfassend erneuert. Geplant ist die Einführung von Systemen der nächsten Generation für Betriebsunterstützung und Geschäftsunterstützung, also OSS/BSS, sowie der Aufbau von Plattformen für Kundenbeziehungsmanagement, konvergente Abrechnung, Umsatzsicherung und Betrugsmanagement. Diese Systeme sollen die Bereiche Netzbetrieb, Benutzerverwaltung, Dienstabrechnung und Umsatzüberwachung miteinander verbinden und die derzeit verstreuten Betriebsmanagementfähigkeiten ersetzen oder integrieren.
Zu den begleitenden Maßnahmen gehören auch der Bau eines neuen Hauptsitzes für Gamcel und die Installation hybrider Stromversorgungslösungen an Telekommunikationsstandorten. Die entsprechenden Energieanlagen werden den Betrieb der Mobilfunkstandorte unterstützen, jedoch wurde bisher nicht angegeben, welche Stromkombinationen verwendet werden, wie viele Standorte betroffen sind und in welchen spezifischen Gebieten die Installation erfolgt. Auch der Personalkapazitätsaufbau, die Markenaktualisierung und die Markteinführung sind Teil des gesamten Transformationsplans.
Ein im April 2024 vom gambischen Rechnungshof veröffentlichter Prüfbericht zeigt, dass Gamtel aufgrund von Einschränkungen bei der Netzinfrastruktur und den Anschlussgeräten die wachsende Nachfrage nach Glasfaserdiensten in einigen Regionen nicht decken konnte. Gleichzeitig bestehen Probleme in den Bereichen Servicequalität, Verwaltung und Betriebsabläufe. Gamcel steht zudem unter Druck durch Kundenabwanderung und Marktanteilsverluste. Daher liegt der Schlüssel dieses Plans nicht nur in der Kapitalanpassung, sondern auch darin, ob das 4G/5G-Netz, die Kernsysteme und die Betriebsplattformen tatsächlich fertiggestellt und in Betrieb genommen werden können. Ob die Transaktion und die damit verbundenen Investitionen letztendlich wirksam werden, bleibt weiterhin unsicher.










